Bauhaus-Universität Weimar

Darstellung des aktiven Hefensaftes durch Maceration. 
Von 
A. v. Lebedew. 
(Der Hodaktion zuffigangen am «. Juli tun.) - 
' 9- 
Vor kurzer Zeit habe ich eine Methode zur Darstellung 
des aktiven Hefensaftes ausgearbeitet,1) welché bedeutende 
Vorteile darbietet und deren Beschreibung in der folgenden 
Mitteilung enthalten ist. 
Bekanntlich existierte bis heute nur Buchnër-Hahnsche 
Methode, welche zymasehaltigen Saft ziemlich leicht darzu¬ 
stellen gestattete, doch war sie nicht für jedes Laboratorium 
ausführbar, da dazu eine besondere und kostspielige Apparatur 
notwendig ist (hydraulische Presse, Apparat zur Reibung der 
Hefe). Außerdem kann sie aus diesem Grunde nur in seltenen 
Fällen zu Demonstrationszwecken bei den Vorlesungen benutzt 
werden. Meine Methode aber gestattet, einen sehr wirksamen 
Hefesaft rasch und mit erstaunlicher Leichtigkeit darzustellen. 
Ich verfahre dabei folgendermaßen : 
Das Waschen und Pressen der Hefe. Man läßt aus 
einer Brauerei einen Eimer frischer Hefe kommen, gießt sie in 
einen Behälter von mindestens 50 1 Inhalt, stellt ihn unter 
einen Hahn der Wasserleitung und läßt das Wasser langsam 
darüber laufen. Von Zeit zu Zeit rührt man die Hefe mit 
einem Stock um. So wäscht man, bis das Wasser klar und 
last ungefärbt wird, und läßt darauf die Hefe güt absetzen. 
Wenn man an demselben Tage keine Zeit mehr hat, um sie 
abzupressen, so darf man sie für eine Nacht im Wässer liegen 
lassen. Oft wird sie dadurch noch wirksamer, man muß nur 
im Winter das Wasser aus der Leitung laufen lassen, wenn 
der Raum geheizt wird. Im Sommer ist es ratsamer, ein großes 
Stück Eis in den Behälter zu tun. 
Wenn nun die Hefe gut abgesetzt ist, dekantiert man das 
obenstehende Wasser, nimmt eine große Eisen-, 'Porzellan-, 
oder Tonschale, legt ein 5 mm-Sieb darauf, bedeckt es mit 
‘) Compt. rend, de 1‘Acäd. des Sciences, Bd. 152, S. 40 b. 1120(1011). 
Bullet, de la Soc. chim. de France. 4«. Bd. 0—10. S, 7G ul 411 (1911).
        

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