Bauhaus-Universität Weimar

LVr die Verweildauer von Flüssigkeiten im Magen 171 
konnten wir zu anderen Resultaten kommen, sondern durch 
die größere Anpassung an die natürlichen Yerhältni sse. Die 
Frage, wieweit der Hunger die Versuchsergebnisse beeinflusse, 
schied nach den oben gemachten Mitteilungen von vornherein 
aus. da wir ja stets nur mit nüchternen Tieren experimen¬ 
tierten. Was sonst die psychische Beeinflussung anbetrifft, so 
zeigen die angeführten Versuche mit Bouillon, welch letztere 
wir abwechselnd saufen ließen und eingossen, keine Verzögerung. 
Es mag also die von Best und Cöhnheim angeführte Be¬ 
schleunigung der Magenbewegungen durch Saufen gegenüber 
dem Eingießen für den Beginn der Entleerung zu Recht be¬ 
stehen. auf den Gesamtablauf hat sie keinen Einfluß. Wir 
zweifeln nicht, daß für die Secretion der Einfluß von Unlust- 
und Lustgefühlen gar wohl in Betracht kommt, wie ja schon 
früher Bickel den Kinfluß psychischer Prozesse auf die Magen- 
secretion im Experiment nachgewiesen hat. Von einer aus¬ 
gesprochenen «psychischen Motilität » können wir aber wohl 
nicht sprechen. Wenn wir nach alledem unsere Versuchs¬ 
ergebnisse mit denen von Best und Cohnheim in Vergleich 
setzen, so ergibt sich daraus ganz unzweifelhaft die Tatsache, 
daß durch vorübergehende psycho-physiologische Einflüsse bei 
der Nahrungsaufnahme der Begi nn der Moti 1 itätskurve mit- 
bestimmt wird, daß aber auf die gesamte Verweildauer der 
Flüssigkeit im Magen, also auf die Längt; der Kurve das frag¬ 
liche Moment keinen Einfluß hat. Wir' werden aber über die 
Motilitätsfrage nicht eher zu endgültigen Zahlen kommen und 
zu einer Verständigung gelangen, bis nicht der W7ert der alten 
und neuen Methodik gegeneinander, abgegrenzt ist. • Diese Ab¬ 
grenzung mit herbeizuführen, war der Zweck der vorliegenden 
Untersuchungen.
        

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