Bauhaus-Universität Weimar

î ber die Verweildauer von Flüssigkeiten im Magen. R>7 
mit Magenfistel und durchschnittenem Oesophagus. Die Durch¬ 
schneidung des Oesophagus geschah, um durch Scheinfütterung 
die psychische Motilität zu berücksichtigen, welche angeblich 
nach ihren Vorversuchen die Verweildauer der Flüssigkeiten 
im Magen bestimmen sollte. Sie hatten gefunden, daß Saufen 
und Durst die Magenbewegungen beschleunigten. Die zu unter¬ 
suchende Flüssigkeit wurde in ihren Versuchen von der Magen¬ 
fistel aus in den Magen gespritzt und nach 10 Minuten die 
Testierende Flüssigkeit aus der Fistel abgelassen. Durch die 
Scheinfütterung sollte der psychische Effekt gewahrt bleiben. 
Gegen diese Versuchsanordnung haben wir in unserer 
früheren Arbeit schon Front gemacht, indem wir darauf hin¬ 
wiesen und durch Versuche erwiesen, daß in den älteren dies¬ 
bezüglichen Arbeiten der Duodenalreflex, welcher die Fort- 
Schaffung des Mageninhalts in den Dünndarm regelt, infolge 
des Abfließens des Inhalts aus der Magenfistel nach außen 
nicht angesprochen werden resp. in Aktion treten kann. Hatte 
doch v. Mehring1) schon auf dem Kongreß für innere Medizin 
im Jahre 1807 zeigen können, daß die Entleerung des Magens 
ungleich länger dauerte, wenn er den Dünndarm von der Fistel 
aus künstlich mit Flüssigkeit anfüllte, als ohne die Anfüllung. 
Eine Arbeit von Gross2) in New York über die direkte Be¬ 
rieselung des Duodenums beim Menschen wirft ein neues Licht 
auf diesen Regulationsmechanismus. Gross fand, daß die mit 
Hilfe seiner Duodenalröhre (eines langen, mit einer Blei- oder 
Silberkugel am Ende beschwerten Schlauches) in das Duodenum 
direkt eingegossene Flüssigkeit nicht sofort in das Jejunum 
abfließt, sondern eine Zeitlang (3—5 Min.) je nach der ein¬ 
geführten Menge in dem Duodenum stehen bleibt, um dann 
stoßweise dem Jejunum zugeführt zu werden. Dies, vermochte 
er auch röntgenologisch nachzuweisen. Es übt nun während 
dieser Zeit die Flüssigkeitssäule einen gewissen direkten Reiz 
auf die Duodenalschleimhaut aus und regt sie zur Secretion 
an. Indem aber das Nahrungsgemisch solange im Duodenum 
verweilt, bis es die optimale Reaktion durch Zufluß der Secrete 
,‘) v. Mering. Verh. d. Kongr. für M., 1893 und 1897. 
*) Gross. Münch, med. W.. Nr. 7. 1911
        

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