Bauhaus-Universität Weimar

Ueber die Vocale. 
Aus einem Schreiben von II. HELMHOLTZ in Bonn 
an F. C. BONDERS in Utrecht. 
„Betreffs der Vocale habe ich leider vergessen, Ihnen ei¬ 
nen Versuch vorzumachen, den Sie aber leicht selbst anstellen 
können. Heben Sie bei einem gut gestimmten Clavier den 
Dämpfer und singen Sie auf irgend einen der Claviertöne 
die Vocale a, e, i, o, u, ä, ö, U, a kräftig gegen den Re¬ 
sonanzboden, so klingen ganz deutlich auf den Saiten diese 
Vocale nach. Es kommt dabei nur darauf an, den betref¬ 
fenden Ton genau zu treffen und festzuhalten. Geübteren 
Sängern gelingt der Versuch clesshalb besser; meiner Frau 
besser, als mir selbst. Es gelingt auch, aber weniger deut¬ 
lieh, wenn man den Dämpfer von nur einer Saite hebt. Ich 
halte diese Erfahrung für interessant für die Theorie der 
Vocale, und werde mich bemühen, die Art der Bewegung 
einer Saite, welche einen Vocal nachtönt, genauer zu be¬ 
stimmen. 
Ich theilte Ihnen schon mit, dass ich noch vor Ihren Er¬ 
mittelungen über die Reibungsgeräusche der Luft bei den 
Vocal en, gefunden hatte, dass die Vocale sich auch durch 
die höheren Nebentöne, welche den Grundton begleiten, un¬ 
terscheiden. Aber es ist ziemlich schwer, diese Unterschiede 
genau zu bestimmen. 
Wenn man sich auch einübt, nach der Methode, die ich 
in meinem Aufsatze über die Combinationstöne angegeben 
habe, die höheren Nebentöne, welche überhaupt da sind, zu
        

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