Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Stoffwechseluntersuchungen am überlebenden Warmblüterherzen. I. Mitteilung: Zur Physiologie des Herzstoffwechsels
Person:
Rohde, Erwin
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19036/10/
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Erwin Rohde. 
äußere Arbeit geleistet wird. Bei der isotonischen Zuckung 
dagegen wird in der ersten Phase — in der Systole — ein 
Teil der chemischen Energie in äußere mechanische Arbeit um- 
gesetzt, aber während der Diastole in Form von Wärme dem 
Muskel zurückerstattet, da in dieser Zeit die Arbeit wieder 
vollständig vernichtet wird ; dabei wächst im Bereich der nahezu 
maximalen Reize Zuckungshöhe und Wärmebildung propor¬ 
tional.1) Bei der -natürlichen» Zuckung (ßberlastungszuckung 
endlich bildet sich während der isometrischen Phase zwar nur 
Wärme, während der isotonischen aber auch äußere Arbeit 
es besteht also ein sehr kompliziertes Abhängigkeitsverhältnis 
Wenn ich im folgenden diese Verhältnisse vom quer- 
getreiften Muskel ohne weiteres auf den Herzmuskel Übertrag, 
so bin ich mir des Hypothetischen dieses Vorgehens dabei be¬ 
wußt. Vielleicht wird es mir. in Zukunft noch möglich sein, 
diese Annahme experimentell zu stützen. 
Untersuchen wir für die oben gegebene Fragestellung 
zunächst die natürliche Form der Herzkontraktion gegen 
einen Überdruck von ca. 80 mm Hg, so geben die erhaltenen 
Pulsvolumina zwar einen annähernd richtigen Ausdruck für die 
bleibende äußere Arbeit während des isotonischen Teiles der Kon¬ 
traktion, aber sie stehen in keinem Verhältnis zu der Summe dei 
für die (lesamtkontraktion freigewordenen chemischen Energie 
denn für den ersten Teil der Kontraktion, den isometrischen, ist 
ebenfalls eine gewisse, unbekannte Menge chemischer Energie 
als Wärme frei geworden. Nehmen wir nun z. B. an, die 
Kraft des Herzens habe nachgelassen, so daß es zwar noch 
die isometrische Kontraktion ausführen kann, aber gegen den 
systolischen Überdruck keinen Puls mehr zu liefern vermag, .««» 
wäre die an dem Pulsvolumen gemessene Arbeit gleich Null, 
und trotzdem würde eine eventuell erhebliche Menge chemischer 
Energie frei für die isometrische Zuckung. Bei der Verwendung 
der Überlastungszuckung würden die erhaltenen Zahlen sonnt 
nur zu einem unbekannten Bruchteil der gesamten Energic- 
M Vgl. Störring. Arch. f. Physiol., 1805, S. 508, und v. Fr»-y 
Handbuch der Physiologie von W. Nagel. Bd. IV, S. 487.
        

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