Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Apparate zur künstlichen Athmung und Verwendung eines kleinen neuen Wassermotors
Person:
Ewald, J. Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19/7/
Apparate zur künstlichen Athmung etc. 
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metern gleich zu setzen. Da nun die Bestimmung mit dem Prony’- 
schen Zaum ein Kilogrammometer ergab, so sind 50 Procent der 
Wasserkraft in äussere Arbeit umgesetzt worden. 
Es sollte nun bei jeder Vermehrung der Tourenzahl, da mit 
ihr proportional der Wasserverbrauch wächst, die äussere Arbeit 
in gleicher Weise wachsen. Da aber der Druck auf die Schaufeln 
um so mehr abnimmt, je schneller sich diese bewegen, so wird 
das Verhältniss sehr bald immer ungünstiger. Es wird daher bei 
zehn Touren in der Secunde keineswegs zehn Kilogrammometer 
äussere Arbeit erreicht, sondern höchstens sechs bis sieben. Es 
muss also auch, wenn man den Zaum allmählich löst, nachdem er 
vorher so fest gezogen war, dass der Motor nur eine Drehung in 
der Secunde machte, der Zug, den er auf die Schnellwage ausübt, 
immer mehr und mehr nachlassen. Aber diese Abnahme des Zuges 
geht keineswegs gleichmässig mit zunehmender Tourenzahl vor 
sich. Im Anfang ist dieselbe kaum zu merken und erst, wenn der 
Motor etwa sechs Touren in der Secunde macht, erfolgt sie sehr 
schnell. Daraus ergiebt sich, dass die letztgenannte Tourenzahl 
für den Motor besonders günstig ist. Wenn man aber innerhalb 
dieser Geschwindigkeit bleibt, steigt die äussere Arbeit ungefähr 
in gleicher Weise mit der Anzahl der Umdrehungen, sodass bei 
sieben Umdrehungen in der Secunde noch etwa 6,5 Kilogrammo¬ 
meter erreicht werden. 
Da ein so hoher Wasserdruck, wie wir ihn hier haben (vier 
Atm. Ueberdruck), wohl selten zur Verfügung steht, so habe ich 
die Berechnung auch auf drei und zwei Atmosphären Ueberdruck 
ausgedehnt. Es wird dabei der Procentsatz der geleisteten Arbeit 
zum Kraftverb rauch natürlich etwas ungünstiger und ergab sich 
bei drei Atmosphären Wasserdruck nur vierundvierzig Procent, bei 
zwei Atmosphären nur fünfunddreissig. Dementsprechend lagen 
auch die günstigen Tourenzahlen niedriger. Bei drei Atmosphären 
vierhundert und fünfzig, bei zwei Atmosphären dreihundert Touren. 
Ich will noch erwähnen, auf welche Weise ich mir den niedri¬ 
geren Wasserdruck verschaift habe. Ich habe eine Strecke ober¬ 
halb des Motors ein Zweigrohr, das mit einem Hahn versehen war, 
mit der Wasserleitungsröhre in Verbindung gesetzt, und den Hahn 
dieses Zweigrohres soweit geöffnet, bis das Manometer, welches 
sich dicht vor dem Motor in der Hauptröhre befand, den gewünsch¬ 
ten Druck zeigte.
        

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