Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntnis der Leberfunktionen. (Desaminierung, Reduktion und Kohlensäureabspaltung in der künstlich durchbluteten Leber)
Person:
Neubauer, Otto Hans Fischer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18999/8/
Beit räge zur Kenntnis der Lyberlunktionen, 237 
vom typischen Aussehen der Mandelsäure gewonnen, die aber 
zu einer genaueren Untersuchung nicht ausreichte. v 
Um nun die Reduktion der aus der'Phenylaminoessigsäure 
gebildeten Phenylglyoxylsäure zu 1-Mandelsäure mit Sicherheit 
festzustellen, haben wir auch zwei Durchblutungsversuche 
mit Phenylglyoxvlsäure ausgeführt (Zusatz von 3,0 resp. 
2,2 g der Säure als Na-Salz). Die Phenylglyoxvlsäure wurde nach 
den Angaben von Claisen (Rer. d. d. ehern. (l\ Bd. X* S. 430, 
315) dargestellt, die erhaltene Säure wurde in Bisulfitlauge gelöst, 
Verunreinigungen durch Ausüthern entfernt; daim wurde die 
Ketonsäure durch Salzsäure in Freiheit gesetzt und ausgeäthert; 
der eingedampfte Ätherextrakt erstarrte über Schwefelsäure zu 
einem Krystallbrei. In diesen Versuchen zeigten die. Äther¬ 
extrakte aus Blut und Leber von vorneherein eine starke Links¬ 
drehung fz. B. in dem einen Versuch ca. 30 ccm Lösung, die im 
2-dm-Rohr—2,5" drehte), und es gelang hier, neben unver¬ 
änderter Phenylglyoxylsäure 1-Mandelsäure in ausreichender 
Menge zu isolieren. Die wiederholt aus Wasser und aus heißem 
Benzol umkrystallisierte Substanz zeigte einen Schmelzpunkt 
von 132°. Zur Bestimmung der optischen Drehung, die m 
Anbetracht der geringen Substanzmenge mikropolarimetrisch 
ausgeführt werden mußte;») wurden 0,0082 g Substanz in 
Wasser gelöst; Gesamtgewicht der Lösung 0,0036 g, spezi¬ 
fisches Gewicht 1,004. Drehung im 10-cm-Rohr = -r- l s75 ° 
Daraus berechnet sich die spezifische Drehung ai, = — 151.1° 
(spez. Drehung der 1-Mandelsäure nach Waiden = — 153,00°). 
Damit ist der Nachweis der aktiven, und zwar der links¬ 
drehenden Mandelsäure erbracht: in der überlebenden Leber 
erfolgt also nicht nur die Desaminierung der Phenylamino- 
essigsäure zu Phenylglyoxylsäure, sondern auch deren Reduk¬ 
tion zur aktiven 1-Mandelsäure: diese ist demnach, wie schon 
■” f 
die Versuche am lebenden Hund ergeben hatten, als sekun¬ 
däres Produkt anzusehen. 
Außerdem enthielt das ätherische Extrakt eine weitere 
Säure. Sie war in Äther und (zum Unterschied von Mandel- 
\) K. Fischer. Sitzungsber.d.k. preuß. Ak.d. Wissensch.; 19ÙH.S.h\t.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.