Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Glukuronsäure und Ätherschwefelsäuren im menschlichen Urine
Person:
Tollens, C.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18988/15/
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C. Tollens, 
Schwefelsäure und zugleich auf die außerordentlich große Wichtig¬ 
keit der Glukuronsäure als entgiftenden Faktor hingewiesen. 
Im zweiten Falle stand am ersten Tage noch Sulfat¬ 
schwefelsäure zur Entgiftung zur Verfügung. Aber augenschein¬ 
lich ist die Bindung des Giftes durch Schwefelsäure und Glu¬ 
kuronsäure gemeinsam schon vollendet gewesen, ehe alle 
Schwefelsäure verbraucht war. Auffallend erscheint in beiden 
Fällen der Umstand, daß am zweiten Tage die Glukuronsäure 
bereits wieder auf ihre normale Menge herabgesunken ist 
während die Ätherschwefelsäuren noch relativ stark vermehrt sind. 
Ich möchte mich nun nach dem Untersuchungsergebnis 
dieser beiden Fälle der Ansicht Blumenthals und Salkowskis 
anschließen, daß bei einer Überschwemmung des Körpers mit 
Kresol beide Substanzen, sowohl Schwefelsäure als Glukuron¬ 
säure, in ganz ausgedehntem Maße zur entgiftenden Paarung 
herangezogen werden, und das gleichzeitig, und zwar zeigen 
die Kresole die größere Neigung, sich mit der Glukuronsäure 
zu paaren, von der dem Körper ein ungleich größerer Vorrat 
zur Verfügung steht als von Schwefelsäure. 
Im wesentlichen ist die Entgiftung bereits nach 24 Stunden 
(wenn nicht schon viel eher) beendet. In leichten Fällen wird 
dabei nicht alle Schwefelsäure, die dem Körper zur Verfügung 
steht, herangezogen — so im Fall 2. In schweren Fällen 
dagegen kann die Paarung mit Schwefelsäure bis zum Ver¬ 
brauch der gesamten vorhandenen Schwefelsäure gehen. Damit 
ist dann aber die weitere Möglichkeit der Paarung beendet, 
weil eben keine Schwefelsäure mehr da ist. Sehr hoch liegt 
diese Grenze beim Menschen nicht. Beim Kaninchen ist sie 
nach Béla v. Fenyvessy1) bereits nach Eingabe von 0,3 g 
Phenol erreicht und dann durch höhere Phenoldosen_0,5 g — 
nicht mehr nach oben zu schieben. Erst Zufuhr von Na2S()4, also 
von schwefelsäurebildender Substanz, vermag weitere Paarung 
und Ausscheidung von Schwefelsäure zu bewirken. Beim Hunde 
erreichte Blumenthal die Grenze, von der ab die Ätherschwefel- 
säure im Urin nicht mehr stieg,2) mit 1 g Lysol = 0,5 g Kresol. 
$ B. v. Fenyvëssy, Malys Jahresb., Bd. XXXV, S. 726 (1905). 
*) Blumenthal, s. o.
        

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