Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die in den Pflanzen vorkommenden Betaine
Person:
Schulze, E. G. Trier
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18981/8/
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Über die in den Pflanzen vorkommenden Betaine. 
leicht, das Betain- und Trigonellinchlorid durch Umkrystaliisieren 
aus Wasser vollständig von dem darin etwa noch zurückge-^ 
bliebenen Cholinchlorid zu befreien, da letzteres bekanntlich 
sehr leicht löslich in Wasser, ja sogar zerfließlich ist. Nicht 
so leicht ist es, Stachydrin und Cholin zu trennen. Denn das 
Stachydrinchlorid ist in kaltem wasserfreiem Alkohol ziemlich 
leicht löslich (ein Teil bedarf zur Lösung bei Zimmertemperatur 
12—13 Teile Alkohol). Wenn jedoch das Stachydrin, wie es 
bei den bis jetzt als stachydrinhaltig erkannten Objekten der 
Fall ist, in weit größerer Menge sich vorfindet als das Cholin, 
so bleibt doch der größte Teil des Stachydrinchlorids ungelöst, 
wenn man das Gemenge der beiden Chloride zur Entfernung 
des Cholins mit einer nicht zu großen Quantität kalten Alkohols 
behandelt. Wenn man die dabei erhaltene Lösung eindunstet, 
den Verdampfungsrückstand wieder austrocknet und ihn sodann 
mit einer nicht zu großen Quantität absoluten Alkohols be¬ 
handelt, so bleibt wieder salzsaures Stachydrin ungelöst zurück. 
Selbstverständlich aber enthält die davon abgegossene Flüssig¬ 
keit neben Cholinchlorid immer noch ein nicht unbeträchtliches 
Quantum von Stachydrinchlorid, das sich durch Wiederholung 
jener Operation vielleicht zum Teil, jedenfalls aber nicht voll¬ 
ständig gewinnen läßt. Die Isolierung des Stachydrins auf dem 
angegebenen Wege wird ferner kaum gelingen, falls diese Base 
sieh in einem Pflanzenextrakt in geringerer Quantität vorfindet, 
als das Cholin. Bei dieser Sachlage ist es von Wichtigkeit, 
daß man andere Mittel zur Trennung des Cholins und des 
Stachydrins besitzt. Stanek2) hat gezeigt, daß das Detain 
nur in saurer Lösung durch Kaliumperjodid gefällt wird und 
daß es sich daher leicht von dem auch in alkalischer Lösung 
durch das genannte Reagens fällbaren Cholin trennen läßt. 
Dies gilt auch für das Stachydrin. Wenn man eine Lösung, 
in der Cholin und Stachydrin neben einander sich vorfinden, 
mit Soda alkalisch macht und sodann mit Kaliumperjodid ver¬ 
ficht krystallisierende Platindoppelsalz übergeführt, letzteres aus Wasser 
unikrystallisiert und sodann mittels Schwefelwasserstoff zerlegt. 
*) Diese Zeitschrift, Bd. XLVI, S. 280, Bd. XLVII, S. 83, und 
Bil. XLV1II, S. 334.
        

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