Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über quantitative Bestimmung der im Proteine oder in dessen Abbauprodukten vorhandenen Peptidbindungen
Person:
Henriques, V. J. K. Gjaldbäk
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18977/18/
Cher quantitative Bestimmung von Peptidbiridungen. 25 
Kolonne A nicht mit dem Steigen der Menge abgespaltenen 
Ammoniaks zusammengeht, so ergiebt sieh das Resultat, daß 
«lie Menge des Aminosäurestickstoffes (Kolonne C) bei Erhitzung 
auf 150° und beim Kochen mit HCl über freier Flamme um 
nicht so gar wenig höher, wird als bei Erhitzung auf 180°. ' Den 
(irund dieses eigentümlichen Verhaltens hat man gewiß in dem 
f instand zu suchen, daß gleichzeitig mit dem Abbau der .Pro¬ 
teine eine sekundäre Spaltung der gebildeten Aminosäuren statt¬ 
findet, mittels deren Ammoniak abgespalten wird.1) Das Re¬ 
sultat dieser beiden gleichzeitig verlaufenden Prozesse wird 
natürlich in erster Linie von der Art der sekundär gespaltenen 
Aminosäuren abhängig sein. Wenn z. B. Glycin oder andere 
Monoaminosäuren sämtlichen Stickstoff als Ammoniak abspalten, 
so wird das Sinken des Aminosäurestickstoffes gleich dem 
Steigen des Ammoniakstickstoffes werden. Handelt es sich 
um Stoffe wie z. B. Tryptophan, so wird bei vollständiger Ab¬ 
spaltung das Sinken des Aminosäurestickstoffes geringer. sein 
als das Steigen des Ammoniakstickstoffes. Wird dagegen Ar- 
ginin durch Zerteilung des Guanidins gespalten, so erhallen 
wir gleichzeitig mit einer Zunahme der Arnmoniakmenge auch 
ein Steigen der Aminosäuremenge; dieses Verhalten wird jedoch, 
wie genannt, nicht eintreten, wenn man dafür sorgt, daß man 
bei Temperaturen bleibt, die 150° nicht übersteigen. 
Es läßt sich also nicht mit Sicherheit sagen, wann der 
Abbau eines Proteinstoffes vollständig ist. Indes glauben wir, 
') Diese Abspaltung erfolgt nicht mit bezug auf alle Aminosäuren 
gleich leicht. So spaltet Glycin bei Erhitzung mit 2-n-HCI auf 150V gar 
kein Ammoniak ab. Eine Tyrosinlösung mit einem TotalstickstofTgehalt 
von 10,00 mg gab nach derselben Behandlung nur 0,2 mg Ammoniäk-N 
iiml 0.2245 g Histidin (00,81 mg N entsprechend) nur 0,8 mg Ammoniak-N. 
Dagegen ergaben 0,8072 g Cystin (35,84 mg N enlsprechend) nach Auto- 
klavierung mil 2-n-HCl 11,0 mg Ammoniak-N. Mit Bezug auf das Afginin 
pbon "Schulze und Winterstein (Diese Zeitschrift, Bd. XXXIV) an, 
dieser Stoff ertrage lOslündiges Kochen mit konzentrierter Salzsäure, 
oîine daß sich Ammoniak abspaltc; erhitze man das Arginin mit kon¬ 
zentrierter Salzsäure in zugeschmolzenen Glasröhren bis auf 150°, so 
'••i die Ammoniakbildung nur gering und erst bei 180—200° erfolge eine 
stärkere Abspaltung des Ammoniaks.
        

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