Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage über die "Temporärisolierungsmethode" oder "Polyfistelmethode". Erwiderung an Herrn W. W. Sawitsch
Person:
London, E. S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18974/2/
E. S. London, Erwiderung an Herrn W. W. Sawitsch. 
Magens, der Leber und des Pankreas gesondert studiert 
werden können, so dürften doeh die Worte Sawitschs, daß das Neue 
der Methode bloß in «einigen Veränderungen an den Fistelröhren selbst» 
zu erblicken sei, in einem wesentlich anderen Licht erscheinen. 
Ich wiederhole daher, daß nicht die Zahl der Fisteln bei der von 
mir ausgearbeiteten Methode (obgleich auch dies mitunter eine wichtige Vor¬ 
bedingung der gesamten Methodik darstellt) als ausschlaggebendes Moment 
in Betracht kommt, sondern die besonderen Verhältnisse der Fistelanlage, 
der Fistelröhren selbst und nicht zum mindesten der Versuchsmethodik. 
Ich habe deshalb mein operativ-experimentelles Verfahren außer mit dem 
Namen «Polyfistelmethode» — dieser Name kann nur deshalb beibe- 
hallen werden, weil er sich leichter aussprechen läßt — auch als «Tem¬ 
porärisolierungsmethode» bezeichnet, und letztere Bezeichnung entspricht 
mehr dem Wesen der Methodik. 
Die «Temporärisolier'ungsmethode» aber wurde erst er¬ 
möglicht, nachdem von mir die spezielle operative Technik 
für die Anlegung obturierender Kanülen (Lumenweite bis 
35 mm und mehr), ferner für die Transplantation der Papillen, 
für die Deckung der Darmdefekte usw. ausgearbeitet worden 
war. Die Kanülen mit einem mehr als 4mal schmäleren Lumen (8 mm), 
wie sie Glinsky, im allgemeinen dem Verfahren Dastres folgend, ge¬ 
brauchte, konnten selbstverständlich zu einer genauen quantitativen Methode 
nicht führen. 
Ich glaube also, daß Herr Sawitsch, der augenscheinlich mit der 
«Temporärisolierungsmethode» gar nicht vertraut ist, durch die Benennung 
« Polylistelmethode», weil er sie wörtlich aufgefaßt hat, rrregeführt worden 
ist. Diese Methode, welche übrigens von mir noch weiter ausgebaut wird, 
gestattet durch eine Reihe .von neuen operativ-experimentellen Prinzipien 
ein genaues quantitatives Arbeiten zur Erforschung der Verdauung, der 
Resorption und Sèkretion im Verdauungstraktus. Bezüglich der Einzel¬ 
heiten kann ich nur auf das betreffende Kapitel im «Handbuch der bio¬ 
chemischen Arbeitsmethoden» und meine weiteren Publikationen verweisen. 
Was nun das «systematische» Verschweigen* der Arbeiten von 
tilinsky und Straschesko anlangt, so hielt ich es für angezeigt, in 
einem Handbuch nur diejenigen Arbeiten historisch hervorzuheben, die 
als Wendepunkte auf dem betreffenden Gebiete zu gelten haben, ohne 
aber damit den absoluten Wert der übrigen, in anderer Hinsicht durch¬ 
aus wertvollen Arbeiten zu verkennen. 
Auf das Adjektivum «systematisch» und den Ton der Bemerkung 
Sawitschs etwas zu erwidern, glaubeich, nachdem ich den sachlichen 
Teil meiner Erwiderung erledigt habe, gerne verzichten zu können.
        

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