Bauhaus-Universität Weimar

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William Küster, 
peroxyd jedenfalls eine chemische Verbindung statt, während 
Ferrisalze eine solche nicht oder nur sehr langsam einzugehen 
vermögen. 
Die für das Hämatin entwickelten Anschauungen lassen 
sich auf den Blutfarbstoff selbst (das Hämoglobin) übertragen, 
da ganz sicher erwiesen ist, daß die erwähnten Additionen 
nicht am Globin, sondern an der eisenhaltigen Komponente statt¬ 
finden.1) Wie exakt bewiesen wurde, nimmt eine Molekel 
Hämochromogen eine Molekel Kohlenoxyd auf, und für eine 
Molekel Hämoglobin gilt dasselbe Verhältnis. Für letztere ist 
nun aber auch sichergestellt, daß sie eine Molekel Sauerstoff 
addiert, die dann durch eine Molekel Kohlenoxyd verdrängt 
werden kann und an deren Stelle schließlich eine Molekel Stick¬ 
oxyd treten kann. Es ist also klar, daß sich beim Übergang 
von Hämoglobin in Oxyhämoglobin die eisenhaltige Komponente 
ebenfalls mit 02 beladet; geht diese Addition am Eisen vor 
sich, so entsteht ein Hämochromogenperoxyd (R > Fe -f 02 = 
R > Fe : : : 02), und dieser Körper kann mit dem Hämatin, das 
wir als Ferriverbindung erkannt haben, nicht identisch sein. 
Vielmehr haben wir im Hämatin die Komponente des Methämo- 
globins vor uns, was mit allen in dieser Beziehung gemachten 
schrift f. anorg. Chem., Bd. XXVII, S. 420 (1901), und Annal, d. Chemie, 
Bd. CÇCXXV, S. 105. 
’) Es ist also für unsern Zweck gleichgültig, wie die beiden Kom¬ 
ponenten miteinander verbunden sind; doch möchte ich eine Ansicht 
vertreten, da schon verschiedentlich Ideen über diese Bindung geäußert 
worden sind, so glaubt Hüfner (Arch. f. [Anat. u.J Physiol. 1899, S. 491), 
daß die beiden Komponenten des Hämoglobins durch Sauerstoff zusammen¬ 
gehalten werden, weil Hydrazin die Zerlegung bewirkt. Ich halte es für 
wahrscheinlicher, daß das Globin nach Art der Polypeptide mit dem 
Hämatin verknüpft ist und zwar in der Weise, daß Carboxyle des Globins 
mit den basischen Gruppen des Hämatins verankert sind, was die so 
leicht zu bewerkstelligende Trennung beider Teile wohl am besten erklärt, 
auch die mittels Hydrazin, da wir ja u. a. auch die zu den Aminosäuren 
gehörigen Aldehyde kennen gelernt haben. Wenn bei der Trennung Sauer¬ 
st off aufgenommen wird und zwar nicht weniger als 11 Atome pro 
Molekül (M. Lebensbaum fand für 100 g Hb 1,014—1,1 g Sauerstoff, 
Monatshefte f. Chem., 8, S. 165), so kann das natürlich nicht das 
Hämochromogen betreffen.
        

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