Bauhaus-Universität Weimar

Beiträge zur Kenntnis des Blutfarbstoffs. 213 
Molekül CO — zu absorbieren, im reinen Zustande ist er 
bisher aber noch nicht erhalten worden,1) 
Die herrschende Unsicherheit rührt also einmal davon 
her, daß man bei der Zersetzung des Hämoglobins wie des 
Oxyhämoglobins2) denselben eisenhaltigen Farbstoff erhält 
und zwar in Form des sogenannten Hämins, hauptsächlich aber 
hat sie ihren Grund darin, daß wir noch nicht sicher wissen, 
ob dieser Stoff nicht schon bei seiner Herstellung eine ein¬ 
greifende Veränderung erleidet, so daß also die Eigenschaften 
des Präparates, das wir in Händen haben, gar nicht mehr den 
Eigenschaften der eisenhaltigen Komponente des im Blut vor¬ 
handenen Hämoglobins entsprechen.3) Und schließlich wurzelt 
diese Unsicherheit in der Unklarheit der chemischen Beziehungen 
zwischen dem Hämin und dem aus letzterem entstehenden 
Hämatin. 
Das Hämin ist ein Chlor haltendes Kunstprodukt, dessen 
Schwerlöslichkeit wir uns zunutze machen, um die eisenhaltige 
Komponente des Blutfarbstoffs abzuscheiden. Der letztere ent¬ 
hält kein Chlor, Hämin als solches hat also sicher nichts 
mit dem Hämoglobin zu tun, wohl aber könnte das chlorfreie 
Hämatin, das sich aus dem Hämin unter der Einwirkung von 
Alkalien bildet, ein Bestandteil des großen Moleküls sein. Dann 
aber müßte es sich zum mindesten wieder in Hämin zurück¬ 
verwandeln lassen, und diese Überführung war mir nicht ge¬ 
glückt,4) so daß es den Anschein hatte, als ob das Hämatin 
erst recht nichts mit dem im Blut kreisenden Farbstoff zu tun 
l) R. v. Zeynek erhielt ein Ammoniumsalz des Hehr.; aus der 
Analyse desselben wurde geschlossen, daß 2 Molekeln Hämatin bei der 
Reduktion nur ein Sauerstoffatom verloren haben, also nur */« der nach 
obiger Gleichung verlangten Menge! Diese Zeitschrift, Bd. XXV, S. 492. 
*) Auch des Methämoglobins, vgl. z. B. Zeynek, Arch. f. [Anat. u 1 
Physiol., 1899, S. 460. 
*) So schreibt Hoppe-Seylcr die Formel des Hämochromogens 
CyAcOs^Fe, während er die Zusammensetzung des Hämins durch die 
Formel CeAoOtoNsFe,,, 2 HCl wiedergibt. 
*) Klaveren gibt an, daß er Hämatin, das aus Hämin mit Hilfe 
von Ammoniak bereitet worden war, wieder in vollkommen charakteristische 
Teich mann sehe Krystalle übergeführt habe; leider fehlt jede nähere 
Auskunft über seine Beobachtung. Diese Zeitschrift, Bd. XXX11I, S. 308.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.