Bauhaus-Universität Weimar

Beiträge zur Kenntnis des Blutfarbstoffs. 175 
der Luftzutritt gehindert wurde. Bei einer Wiederholung dieser 
Versuche fand Nencki,!) daß sich Hämin zur Darstellung dieses 
Hämatoporphyrins besser eignet als Hämatin, da es sich in der 
konzentrierten Schwefelsäure nahezu völlig löst, während Hä¬ 
matin zum größten Teil in «Hämatolin» ubergefiihrt wird. Nach 
meinen Erfahrungen, die Herr Dr. Nicole durchaus bestätigen 
konnte, löst sich Hämatin aber überhaupt nicht in konzentrierter 
Schwefelsäure2) auf, dagegen bleibt bei Verwendung von Hämin 
ein wenn auch nur geringer Teil des entstandenen Farbstoffs in 
der durch Eingießen in Wasser stark verdünnten Säure löslich, 
während der größere Teil gefällt wird, eine Beobachtung, die 
wir stets gemacht haben, während ich eine Angabe hierüber 
in Nenckis Beschreibung des Vorgangs vermisse.2) Letzterer 
hat diesen Prozeß nicht eingehender verfolgt, da er in der Ein¬ 
wirkung von Eisessig-Bromwasserstoff ein Mittel fand, zu einem 
Krystallisierende Salze gebenden Derivat des Hämatins zu ge¬ 
langen, das er nun auch mit dem Namen «Hämatoporphyrin» 
belegte. Auch hier entsteht ein «Nebenprodukt* *, das in ver¬ 
dünnten Säuren nicht löslich ist. Endlich hat Cazeneuve 
neben einem in verdünnter Salzsäure löslichen Farbstoff einen 
hierin unlöslichen erhalten. 
Vergleichen wir nun die Angaben über die Eigenschaften 
der erhaltenen Produkte, so ergeben sich wesentliche Unter¬ 
schiede nicht nur zwischen Hoppe-Seylers Hämatoporphyrin 
und den in verdünnten Säuren löslichen Porphyrinen, sondern 
auch zwischen den letzteren selbst, was die folgende Tabelle 
veranschaulichen mag. Ich komme auf diese Ergebnisse noch 
zurück (vgl. Seite 182). 
Nach allem schien die Einwirkung von Salzsäure bei einer 
zwischen 100 und 150° liegenden Temperatur auf Hämatin für 
die von uns ins Auge gefaßte Herstellung der Muttersubstanz 
') Arch. f. exp. Pathol, u. Pharm., Bd. XVIII, S. 401. - Omnia 
opera, Bd. I, S. 755 (1884). 
*) Wohl aber in rauchender Schwefelsäure. 
3) Er sagt: «Das durch Eingießen der schwefelsauren Lösung in 
Wasser in amorphen, braunroten Flocken abgeschiedene Hämatoporphyrin 
war in Alkohol, Äther und verdünnten Säuren fast unlöslich.
        

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