Bauhaus-Universität Weimar

Zur Formoltit ration der Aminosäuren im Harne. 157 
der Lauge verbraucht wurden; um zur starken Rötung zu ge¬ 
langen, mußten noch 0,7 ccm der Lauge zugesetzt werden. 
Wenn nun, um diese Resultate in Prozenten Ammoniakstick- 
stolf umzurechnen, die Lackmusneutralität zugrunde gelegt wird, 
so erhält man bei Titration bis zum schwachen Umschlag 0,07 °/« 
(0,068—0,071), bei Titration zur starken Rötung 0,077 o/o (0,076 
bis 0,078). Die entsprechenden Zahlen gerechnet von der Neutrali- 
tät gegen Phenolphthalein sind 0,041 und 0,048 °/o (bei vollständi¬ 
ger Übereinstimmung der Parallelbestimmungen). Der für den 
Harn nach Schloesing ermittelte W^ert ist aber 0,0376°/«. 
Für den ursprünglichen Harn mit seinem PhoJphorsäure- 
gehalte sind solche Resultate auch nicht verwunderlich, und 
niemand hat wohl daran gezweifen, daß für ihn die Phenol¬ 
phthaleinneutralität als Ausgangspunkt der Formoltitration benutzt 
werden muß. Wenn dabei, infolge des besonderen Verhaltens 
der Ammonsalze, kleine Fehler unvermeidlich sind, so ist zu 
bedenken, daß die Methode, wenigstens von mir, ausdrücklich 
nur als «klinische* (nicht als «klassische», wie H. Bjoern- 
Andersen und Marius Lauritzen in dieser Zeitschrift, 
Bd. LX1V S. 27, einem bekannten Referate nachschreiben) ver¬ 
öffentlicht und empfohlen worden ist. 
Wie stellen sich nun die Resultate, wenn der Harn mit 
Chlorbaryum und Ätzbaryt (hier in Pulverform angewendet) von 
den Phosphaten befreit wurde. Da betrug erstens der Ammoniak¬ 
gehalt nach Schloesing bestimmt nur mehr 0,035°'/« Stick¬ 
stoff. In anderen Fällen war dieser Verlust noch viel größer 
und er erklärt sich leicht durch die Annahme, daß beim Fil¬ 
trieren der alkalischen Flüssigkeit Ammoniak abdunstet ; auch 
kann wohl ein Teil des Ammoniaks als Ammonium-Magnesium¬ 
phosphat im Niederschlag zurückgehalten werden. An Stelle 
dieser 0,035 °/o Ammoniakstickstoff wurden nun gefunden ; vom 
Lackmus ausgehend 0,045, oder 0,049 bei Titration bis zu starker 
Rötung; vom Phenolphthalein ausgehend 0,0385 bezw.'0,043% 
Die wichtigste Frage ist aber die, wie sich der Häm nach 
Lntfernung auch des Ammoniaks verhält. Es wurde also die 
eben beschriebene Flüssigkeit mit recht wenig überschüssigem 
Barytwasser im Vakuum bei 35-40° unter Durchléiten von 
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