Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Adsorptionsverbindungen einiger Eiweißkörper mit alkohollöslichen anorganischen Haloidsalzen
Person:
Simon, Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18956/4/
Über Adsorptionsverbindungen einiger Eiweißkörper. 73 
zu müssen. Sehr ausgedehnte Untersuchungen über das Ver¬ 
halten der Erdalkalisalze zum Eiereiweiß hat dann neuerdings 
\\. Pauli1) angestellt. Behandelte er klare, frisch bereitete 
Lösungen von Eiereiweiß mit CaCl2-Lösungen bestimmter Kon¬ 
zentration, so zeigte sich sofort eine zarte bläuliche Trübung, 
die nach 24 Stunden dickmilchig wurde. In einer «nicht weit 
von der Fällungsgrenze gelegenen Konzentration» wirkte CaCI* * 
bei Anwesenheit von NaBr und NaJ zunehmend eiweißfallend. 
Bei einem der Fällungsgrenze noch mehr genäherten CaCl2- 
Gehalt zeigten sich auch Chloride und Nitrate als « Fällungs¬ 
erreger und zwar Natriumsalze in stärkerem Grade als Am¬ 
moniumsalze. Im Gegensatz zum CaCI2 fällte SrCl2 selbst in 
achtfacher Normalkonzentration Eiweißlösungen, nicht, doch 
zeigte sich bei gleichzeitiger Anwesenheit von NaBr, NaJ und 
NaCNS ein dem CaCl2 ähnliches Verhalteri. Bei Zusatz von 
SrBr, war eine Fällungswirkung nur bei Anwendung hoher 
Konzentrationen angedeutet, während BaCI2 auch in vierfacher 
Normällösung die Eiweißlösungen nicht veränderte. Von den 
übrigen Baryumsalzen wirkten nur das Jodid und Rhodanid 
deutlich eiweißfällend. Im allgemeinen konnte Pauli feststellen, 
daß die von den Erdalkalisalzen in den Eiweißlösungen erzeugten 
Fällungen (ähnlich dem Verhalten der Schwermetalle) irre¬ 
versible waren, wenn auch die Wirkungsweise der Erdalkalien 
sonst nicht unwesentlich von dem Verhalten der Salze des Zn. 
Fe, Cu, Ag, Hg, Pb u. a. m. zu Eiweißkörpern abwich. Bei 
.den Schwermetallsalzen entscheiden nämlich hauptsächlich die 
Kationen über die eiweißfällende Wirkung, während bei den 
todalkaliverbindungen auch die Art des betreffenden Anion von 
'großem Einfluß auf das Fällungsvermögen ist. Ferner machte 
Pauli die interessante, später von Fraenckel*) bestätigte und 
näher erklärte Beobachtung, daß Zusatz eines Erdalkalisalzes 
zu eiweißhaltigen Flüssigkeiten eine Säuerung der Mischung 
erzeugt. Im Gegensatz zu den Erdalkaliverbindungen rufen die 
*) Pauli, Irreversible Eiweißfällungen durch Elektrolyte Hof¬ 
meisters Beiträge, Bd. V, S. 27 ff., 1901. 
*) P. Fraenckel, Über d. Einfluß d. Erdalkalien auf d. Reaktion 
tierischer Säfte. Zeitschr. f. exp. Pathol, u. Hier., Bd. I, S. 139ff, 1905
        

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