Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. XXVII. Mitteilung: Konzentrationsverhältnisse bei der Resorption im Darm
Person:
London, E. S. W. W. Polowzowa
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18949/3/
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. XXVII. 531 
Insulte resp. Zerrung des Mesenteriums bei der Reposition der 
Darmschlinge und die dadurch bedingte Alteration der Blut¬ 
zufuhr ganz abnorme Verhältnisse für die Resorption geschaffen 
werden. Außerdem weicht dieses Verfahren von den normalen 
Bedingungen dadurch ab, daß dabei eine Darmschlinge dauernd 
mit der gegebenen Flüssigkeit gefüllt bleibt, was in der Wirk¬ 
lichkeit bei normalen Verhältnissen nie der Fall ist, indem das 
in den Darm gelangende Flüssigkeitsquantum durch die peri¬ 
staltischen Bewegungen immer weiter befördert wird und nur 
eine kurze Zeit mit dem betreffenden Schleimhautabschnitt in 
Berührung bleibt, während immer neue Flüssigkeitsmengen 
schubweise demselben zugeführt werden. 
An diesem letzten Ubelstand leiden auch die Versuche 
mit der Thiry-Vellaschen Fistel. Diese weichen noch von 
den physiologischen Verhältnissen insofern ab, daß der zwischen 
beiden Fisteln vorhandene Darmabschnitt von dem übrigen 
Darm vollkommen abgetrennt und dadurch seiner physiologischen 
Funktion völlig beraubt ist, indem derselbe außer der verhält¬ 
nismäßig kurzen Versuchsdauer die ganze Zeit resorptionsun¬ 
tätig bleibt. Außerdem gerät dessen Schleimhaut bekanntlich 
bald nach der Operation in katarrhalischen und endlich atro¬ 
phischen Zustand, wodurch die Resorptionsverhältnisse gegen¬ 
über den physiologischen abgeändert werden können. 
Da uns durch die Polyfistelmethode die Möglichkeit 
gegeben ist, die Verdauungs- resp. Resorptionserscheinungen 
in vollkommen normalen Verhältnissen zu beobachten, 
haben wir uns vorgenommen dieselbe zur Erforschung der bei 
der Resorption verschiedenartiger Lösungen von verschiedenen 
Konzentrationen sich abspielenden Prozesse anzuwenden, um 
der Frage nach* den dabei tätigen Faktoren näher zu treten. 
Da die von uns geplante Arbeit eine Reihe von neuen speziell 
operierten Hunden erfordert, haben wir uns einstweilen damit 
begnügt, den Einfluß der Konzentration der Nährlösung auf 
deren Resorption in einem bestimmten Darmabschnitt, für eine 
bestimmte Substanz und nur in für Hundeblut hyperisotonischen 
Lösungen zu untersuchen. 
Als Versuchsubstanz wählten wir für die gegenwärtige
        

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