Bauhaus-Universität Weimar

Über Jecorin und andere lecithinartige Produkte der Pferdeleber. 405 
Phosphors zu Stickstoff wie 1 : 2,38 ist bei meinem Jecorin 
dem des Drechselschen (1: 2,8) ziemlich nahe. Bei später dar¬ 
gestellten Jekorien habe ich dieses Verhältnis wie 1: 2 gefunden. 
Zur Traubenzuckerbestimmung gebrauchte ich Allihns 
Methode (Wägung des reduzierten Kupferoxyduls im Röhrchen). 
Diese Methode eignet sich bei den Glykosebestimmungen im 
Jecorin vor allen anderen Methoden am besten. Nur muß man 
bei der Reduktion der Fehlingschen Lösung auf starke Ver¬ 
dünnung achten, da widrigenfalls beim Kochen leicht ein Nieder¬ 
schlag entsteht, der den Zersetzungsprodukten des Jecorins 
seinen Ursprung verdankt. 
Da von Mayer angegeben wurde, daß das Jecorin ver¬ 
schiedenen Traubenzuckergehalt aufweist, je nachdem die Gly- 
kose im Jecorin nach oder ohne vorhergehende Behandlung 
mit Schwefelsäure bestimmt wurde, habe ich die Glykosebe¬ 
stimmungen in meinem Jecorin das eine Mal ohne vorher¬ 
gehende Schwefelsäurebehandlung ausgeführt, das andere Mal, 
nachdem die Jecorinlösung mit 5°/oiger H2S04 ca. V2 Stunde 
gekocht wurde. Hierbei erhielt ich immer Resultate, die nur 
wenig (um 0,4—0,6°/o) von einander abwichen. Dabei achtete 
ich stets darauf, daß die Jecorinlösung mit der Fehlingschen 
Lösung nicht weniger als 3 Minuten gekocht wurde. 
Jecorin Nr. I 
ohne Schwefelsäurebehandlung mit Schwefelsäurebehandlung 
1. 13,61 °/o Glykose 14,35 °/o Glykose 
2. 14,01 °/o » 14,40 °/o » 
1. 0,0764 g Substanz gaben 0,0188 g Cu = 0,0104 g Glykose = 13,61 °/o 
0,1074 » » » 0,0288 » » = 0,0154 » » = 14,35 °/o 
2. 0,0854 » » » 0,0226 » » = 0,0123 » » = 14,40 °/o 
0,1213 » » » 0,032 » » = 0,017 » » = 14,01 °/o 
Zu einem ähnlichen Resultat ist Jakobsen1) gekommen. 
Dieser Autor hat das Reduktionsvermögen des Jecorins sowohl 
ohne wie nach Behandlung mit H2S04 untersucht und hierbei 
gefunden, daß die Reduktion in einigen Fällen beim Kochen 
mit Säure zunahm, in andern Fällen unverändert blieb. Er 
spricht daher die Vermutung aus, daß die verschiedene Re¬ 
duktion vor und nach der Invertierung mit Säure von dem 
!) Jakobsen, Skandinav. Archiv für Physiol., Bd. VI, S. 262.
        

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