Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur quantitativen Bestimmung der Reduktionskraft von Bakterien und tierischen Organen^
Person:
Wichern, Heinrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18939/7/
Über Reduktionskraft von Bakterien und tierischen Organen. 371 
wurde, eine nach Treadwells Angabe bereitete Ferrichlorid- 
lösung: «10,03 g blank geriebener Blumendraht wird in einem 
langhalsigen, schrägliegenden Kolben in konzentrierter Salz¬ 
säure gelöst, mit Kaliumchlorat oxydiert und der Chlorüber¬ 
schuß durch längeres Kochen völlig vertrieben. Das so erhaltene 
Ferrichlorid spült man in einem Literkolben und füllt genau 
bis zur Marke mit Wasser auf». 10 ccm dieser Lösung ent¬ 
halten 0,1 g reines Eisen; zur Einstellung der verdünnten Titan¬ 
lösung benutzte ich meist nur 1 oder 2 ccm der Eisenlösung. 
Als Indikator dient eine Rhodankalilösung (1 : 1), indem man 
nach jedesmaligem neuen Zusatz von Titantrichlorid nach Art 
der Tüpfelprobe je einen Tropfen dieser und der zu titrierenden 
Eisenlösung auf einer weißen Porzellanschale mischt, bis keine 
Rotfärbung mehr auftritt. Um den Titer ganz genau festzu¬ 
stellen, werden 2 oder 3 solcher Titrationen erforderlich sein. 
Während der Titration muß ein kräftiger C02- oder H-Strom 
aus einem zweiten Kippschen Apparate in das gegen Luftzutritt 
gut geschützte Gefäß geleitet werden. Bequemer ist es für 
manche Zwecke, nachdem nunmehr der Nachweis gebracht ist, 
daß sich auch Methylenblaulösungen mit so verdünnten Titan¬ 
lösungen titrieren lassen, zur Feststellung des Titers eine be¬ 
kannte Methylenblaulösung in der schon angegebenen Weise 
— natürlich ebenfalls unter Überschichtung mit einem C02- 
Strom — zu benutzen. Es empfiehlt sich für diese, hohe und 
schmale Gläser zu verwenden, weil der letzte Rest von blauer 
Farbe natürlich in hoher Schicht besser erkennbar ist, als 
in flacher. 
Auch zur Aufnahme der Bakterienkulturen verwendet man 
am besten hohe Präparatengläser mit nicht zu großem Durch¬ 
messer oder weite Reagenzröhrchen. Diese werden mit Watte¬ 
pfropfen verschlossen und trocken sterilisiert. Dann füllt man 
in jedes Glas genau 10 ccm Nährbouillon und dazu je 1 ccm 
einer Lösung von 1 g Methylenblau in 1000 Teilen 0,85°/oiger 
Kochsalzlösung. Ich verwendete ausschließlich Methylenblau 
médicinale Höchst, das ich von der Firma Dr. G. Grübler- 
Leipzig bezogen hatte. Dieses Methylenblau ist Tetramethyl- 
thioninchlorhydrat und seine Formel lautet: 
V
        

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