Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weitere Beobachtungen über die Kreatininausscheidung beim Menschen
Person:
Hoogenhuyze, C. J. C. van H. Verploegh
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18924/98/
266 van Hoogenhuyze u. Verploegh, Über Kreatininausscheidung. 
Kreatinin weniger brauchbar für den Organismus ist als das 
Kreatin. Man findet jedenfalls niemals Kreatinin weder in den 
Geweben noch im Blute angehäuft. Diese Substanz wird durch 
die Nieren so vollständig wie möglich aus dem Blut entfernt. 
Wenn nun in den Geweben im allgemeinen oder in be¬ 
stimmten Organen der Stoffwechsel zunimmt, wird auch die 
Kreatinproduktion größer, und vorausgesetzt, daß die Organe 
ungestört weiter funktionieren, wird demzufolge ebenfalls mehr 
Kreatinin gebildet und ausgeschieden werden. 
Falls jedoch, wie während länger dauernden Fiebers und 
während einer Hungerperiode, in welchen Fällen fortwährend 
ein Teil des Gewebes verbraucht wird und also Kreatin ans 
Blut abgegeben wird, die Funktion wichtiger Organe, wie es 
die Leber ist, geschadet wird, ist es sehr gut möglich, daß 
ein Teil des Kreatinins unzersetzt bleibt und neben dem Krea¬ 
tinin durch die Nieren entfernt wird. 
Beim Verbrauch des Muskelgewebes ist die gebildete 
Menge Kreatin besonders groß, weil es in diesem Falle nicht 
nur als Stoffvvechselprodukt beim Zerfall der lebenden Substanz 
gebildet wird, sondern außerdem schon vorher in beträchtlicher 
Menge im Gewebe vorhanden war. Falls überdies noch die 
Leberfunktion gehemmt ist, gibt es eine mangelhafte Umsetzung 
des Kreatins, wie z. B. beim Lebercarcinomkranken (Tabelle 22), 
welcher, sub finem vitae, nicht mehr Nahrung aufzunehmen 
imstande war und welcher bedeutende Kreatinmengen, am 
15. Fehruar sogar 4 g, ausschied. Es war in diesem Falle 
noch ein kleiner Teil des Kreatins in Kreatinin umgesetzt; 
die weitere Oxydation dagegen war offenbar sehr mangelhaft. 
Ist es wirklich gestattet, sich den Prozeß in der Weise 
• • 
vorzustellen, so wäre man berechtigt, aus Änderungen der 
endogenen Kreatininausscheidung Schlußfolgerungen hinsichtlich 
der Intensität des Eiweißverbrauchs in den Geweben zu ziehen, 
jedoch unter dieser Bedingung, daß die zersetzenden und an¬ 
hydrierenden Enzyme im gleichen Maße wie vorher wirksam sind.
        

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