Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das Verhalten des Kreatins bei der Autolyse. III. Mitteilung
Person:
Rothmann, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18920/2/
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A. Rothmann, 
die früher mitgeteilten Autolyseversuehe unter sorgfältigstem 
Ausschluß von Bakterien und unter ständiger Kontrolle von 
bakteriologischer Seite nochmals wiederholt und dabei auch 
die methodischen Einwände Mellanbys berücksichtigt. 
Ich gehe zunächst auf diejenigen meiner Versuche ein, 
die sich auf die Veränderung des Gesamtkreatinins (Kreatin plus 
Kreatinin) bei der Autolyse beziehen. Zur Bestimmung des Ge¬ 
samtkreatinins haben Gottlieb und Stangassinger das Kreatin 
durch 3stündiges Erhitzen in einer Konzentration von 2,2 °/o 
Salzsäure auf siedendem Wasserbad in Kreatinin umgewandelt. 
Dies Verfahren hat sich auch in meinen Versuchen sehr gut 
bewährt. Es muß aber betont werden, daß die zur quantita¬ 
tiven Umwandlung von Kreatin in Kreatinin nötige Säuremenge 
je nach dem chemischen Milieu, in dem sich das Kreatin be¬ 
findet, verschieden stark bemessen werden muß. So macht 
schon Jaffé1) darauf aufmerksam, daß das Kreatin im Harne 
durch die Gegenwart anderer Körper vor dem zerstörenden 
Einfluß der siedenden Säure geschützt wird, und daß deshalb 
eine energischere Einwirkung der Salzsäure zur Umwandlung 
des Kreatins im Harne anwendbar ist und erst zur vollstän¬ 
digen Überführung in Kreatinin führt, als bei reinen Kreatin¬ 
lösungen. Ähnliche Beobachtungen machten auch Gottlieb und 
Stangassinger.2) Im Vergleich zu reinen Kreatinlösungen 
konnte die Säure bei der Behandlung der Autolyseproben längere 
Zeit hindurch einwirken, um Kreatin in Kreatinin überzuführen, 
ohne daß durch Zersetzung Verluste eintraten. Man muß dem¬ 
nach das Optimum der Säurekonzentration, sowie die Art und 
Dauer der Einwirkung für die verschiedenen Versuchsbedingungen 
immer erst ermitteln, und die von Gott lieb und Stangas¬ 
singer gegebene Vorschrift läßt sich nicht ohne weiteres auf 
die Kreatininbestimmung, z. B. in Fleischextraktlösungen und 
Harn übertragen.3) Für die Bestimmung des Kreatinins im Blut 
*) Diese Zeitschrift, Bd. XLVIII, S. 436. 
2) loc. eit., Bd. LII, S. 13. 
3) Vgl. S. Weher, Physiologisches zur Kreatinfrage, Arch. f. exp. 
Pathol, u. Pharmakol., Bd. LVIII, S. 98, und Dreibholz, Zur Frage der 
Kreatinausscheidung im Harn, Inaug.-Diss., Greifswald 1908.
        

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