Bauhaus-Universität Weimar

Zur Magenverdauung der Fische. 
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und mit der Sonde in den Magen gebracht, wird Stärke, wie auch 
Weinland angibt, gleich erbrochen. Versuche in vivo sind des¬ 
halb von Wein land nicht erwähnt. Es ergab sich aber bei 
meinen Versuchen, daß in Seewasser gelöstes Amylum im Magen 
sehr gut zurückgehalten wird. In dem nach einigen Stunden 
ausgeheberten Saft war kein reduzierender Zucker nachzu¬ 
weisen. 
Auch eine Glykogenlösung in Seewasser zeigte nach einem 
Aufenthalt im Magen von einigen Stunden keine Reduktion mit 
der Fehlingschen Probeflüssigkeit. Bemerkenswert war in 
beiden Fällen die starke Schleimsekretion. Klümpchen Glykogen 
und Amylum wurden ungeändert in Schleim gehüllt im Magen¬ 
inhalt zurückgefunden. Auch Richet1) und Yung hatten immer 
negative Resultate bei ihren Versuchen über die Wirkung von 
Magensaft oder Extrakte auf Stärke, der erste Autor bei Acan- 
thias und Scyllium, der letztere bei Galeus und Lamna (S. 183). 
Weinland hat eine ausgedehnte Untersuchung bei verschie¬ 
denen Selachiern angestellt. Er konnte nur ein diastatisches 
Enzym im alkalischen Magensaft von Raja naehweisen, oder 
im Extrakt der Schleimhaut, welches ebenfalls alkalisch reagierte 
und auch nur bei dieser Reaktion Stärke gegenüber wirksam 
war. Auch mit dem Schleimhautextrakte von hungernden Rajen, 
bei welchen also eine Herkunft des diastatischen Enzyms aus 
der Grustaceennahrung ausgeschlossen war, erlangte Weinland 
positive Resultate (S. 290). Ich hatte in Neapel nicht die Ge¬ 
legenheit, die Weinlandschen Versuche bei Raja zu wieder¬ 
holen, weil während meiner Untersuchung über ein diastatisches 
Enzym mir nur Versuchstiere mit sauer reagierendem Magen¬ 
inhalt zur Verfügung standen. Bei dieser letzteren war, auch 
wenn der Versuch auf die oben angedeutete Weise in vivo ge¬ 
nommen wurde, die Auskunft immer negativ. Wohl habe ich 
aber in letzterer Zeit in Helder im alkalisch reagierenden Magen¬ 
saft eines Mustelus vulgaris während der Crustaceenverdauung 
ein amylolytisches Enzym naehweisen können. Die Möglichkeit, 
daß das Enzym aus der Nahrung herstammt, vermochte ich 
*) C. r. de l’Acad. des sc., Paris, Bd. XC, 1880, S. 879. 
Trav. du lab. de Richet, Bd. II, 1893, S. 234.
        

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