Bauhaus-Universität Weimar

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M. van Herwerden, 
Untersucher vermissen sowohl bei Teleostiern als bei Sela- 
chiern den obengenannten Unterschied. 
Weil erst ein übereinstimmender Sekretionsprozeß bei 
Fischen und höheren Vertebraten konstatiert werden muß, damit 
wir recht haben, sezernierende Zellen von übereinstimmender 
Gestalt zu erwarten, war es angezeigt, zu untersuchen, ob 
die saure Reaktion des Magensaftes bei Fischen tatsächlich der 
Salzsäure zuzuschreiben sei. 
Während nämlich die Abscheidung eines peptischen En¬ 
zyms im Fischmagen eine bekannte Tatsache ist, hat man die 
Natur der Säure nie mit genauen Methoden bestimmt. Es ist 
sogar nach einer von Weinland1) im Jahre 1901 angestellten 
Untersuchung zweifelhaft geworden, ob die anwesende Säure 
tatsächlich Salzsäure sei, wie von früheren Autoren allgemein 
angenommen wurde, ohne daß von einem dieser letzteren für 
diese Auffassung der überzeugende Beweis gegeben war. 
Bei Säugetieren war Pr out2) der erste, der im Jahre 
1824 die Gegenwart von Salzsäure im Magensaft nachzuweisen 
meinte. Seine Methode wurde später mit geringer Modifikation 
von Hayem und Winter3) zu einer quantitativen Methode für 
Salzsäurebestimmungen im Magensafte umgearbeitet. 
Hayem und Winter bestimmten: den totalen Chlorgehalt, 
.das an anorganische Substanzen gebundene Chlor, die freie 
Salzsäure und die mit organischen Substanzen kombinierte Salz¬ 
säure. Drei gleichgroße Mengen Magensaftes a, b und c werden 
in verschiedener Weise behandelt : a wird gleich mit Soda ver¬ 
setzt, b nach vorherigem Eindampfen und Trocknen bei einer 
Temperatur von 100°; in beiden Portionen wird nach Ver¬ 
brennung der Chlorgehalt bestimmt. Dasselbe geschieht mit c 
ohne Zusatz von Soda, a = totaler Chlorgehalt in Salzsäure 
ausgedrückt ; a—b soll die freie Salzsäure vorstellen, c das 
an anorganische Basen gebundene Chlor, b—c die mit orga¬ 
nischen Substanzen kombinierte Salzsäure. 
9 Zeitschr. f. BioL, Bd. XLI, 1901, S. 275. 
2) Philosoph. Transactions 1824, Bd. I, S. 45. 
3) Du Chimisme stomacal, Paris 1891.
        

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