Bauhaus-Universität Weimar

Eine Spektralreaktion auf Oleinsäure. 447 
dieses sehr empfindliche Oxydationsmittel für diesen Zweck als 
ungeeignet erscheinen. In der Tat läßt sich dieses farbige Oxy¬ 
dationsstadium der Ölsäure zu einer konstanten und sicheren 
Erscheinungsform fixieren, sobald man sie mit anderen, weniger 
empfindlichen Oxydationsmitteln hervorruft. Am erfolgreichsten 
zeigte sich dabei die Oxydation der Oleinsäure mit Chrom¬ 
säure in Eisessiglösung. 
Erst beim Operieren mit diesem Oxydationsmittel zeigte 
sich die unfehlbare Sicherheit und hohe Empfindlichkeit der 
Reaktion, die es mir in dieser Form seit längerer Zeit mög¬ 
lich gemacht hat, selbst Bruchteile eines Prozentes der Olein¬ 
säure in häufig recht komplizierten Fettgemengen mit Leichtig¬ 
keit zu ermitteln. 
Die einfachste Ausführungsform der Reaktion ist folgende: 
1 Tropfen Oleinsäure wird in 3—4 ccm Eisessig gelöst, 
mit 1 Tropfen 10°/oiger möglichst wasserarmer Chrora- 
säurelösung in Eisessig versetzt, die Lösung mit 10—12 Tropfen 
konzentrierter Schwefelsäure vermischt und stehen gelassen. 
Die grüne Farbe der klaren Lösung verblaßt schnell, um einer 
violett- bis kirschroten Platz zu machen, die während der ersten 
Zeit immer stärker wird. Das oben geschilderte Absorptions¬ 
spektrum ist bereits zu Anfang der Reaktion scharf und klar 
wahrnehmbar; die sehr prägnanten Absorptionsbänder werden 
aber mit der Zeit so stark und tief dunkel, daß die Lösung 
häufig mit Eisessig stärker verdünnt werden muß, um das 
Spektrum beobachten bezw. identifizieren zu können. Die Ent¬ 
wicklung der Farbe und des Spektrums der Reaktion läßt sich 
durch kurzes Erwärmen des Gemisches auf 70—80° G. erheb¬ 
lich beschleunigen. Farben wie Spektra sind jedoch, nach 
Durchführung der Reaktion bei gewöhnlicher Temperatur, wesent¬ 
lich lebhafter und schöner. Die Gegenwart selbst großer Mengen 
der gesättigten Fettsäuren, welche für sich diese 
Reaktion nicht geben, beeinträchtigt die letztere nicht. 
Auch die Anwesenheit von etwaigen färbenden Verunreinigungen 
beeinflußt nur die Farbe des Reaktionsgemisches ; das sehr 
charakteristische Absorptionsspektrum aber bleibt stets klar 
und unzweifelhaft wahrnehmbar.
        

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