Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. XX. Mitteilung: Zur Kenntnis der Verdauungs- und Resorptionsgesetze im Magendarmkanal
Person:
London, E. S. F. Sandberg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18896/5/
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E. S. London und F. Sandberg, 
wir aus unseren großen Erfahrungen wissen, die Ausschließung 
des unteren */s—1>/* Teiles des Darmes während der Verdau¬ 
ung keinen beachtenswerten Einfluß auf die Arbeit des höher 
hegenden Teiles des Verdauungstraktes ausübt; dies enthob 
uns der Notwendigkeit, den normalen Gang des Verdauungs¬ 
prozesses durch entsprechende Einspritzungen, wie wir es an 
anderen Hunden in üblicher Weise ausführen, zu unterhalten. 
Hei den Einspritzungen wird doch immer etwas Künstliches in 
den Verdauungsgang eingebracht; wir wollten aber bei diesen 
unseren Untersuchungen möglichst normale Verhältnisse haben. 
Unser Verfahren bestand darin, daß wir den erwähnten 
Hund (Zolty Rjabtschik) mit verschiedenen Mengen Gliadins, 
in Intervallen von 4 Tagen zwischen jeder Fütterung, genährt 
haben. Das letztgenannte Eiweiß haben wir gewählt, weil es 
unter allen uns bekannten Eiweißarten an Glutaminsäure am 
reichsten ist. ') Die Fütterung des Hundes wurde immer auf 
gleiche Weise ausgeführt, der Versuch wurde 24 Stunden nach 
der letzten Fütterung, die aus 600 g fein zermahlenen Fleisches 
und 200 g weichen Weißbrods bestand, angestellt; Wasser be¬ 
kam er ad libitum. Daß der Magendarmtraktus bei diesen 
Bedingungen vor der Versuehsfütterung leer war, davon über¬ 
zeugten wir uns mittels Ausspülungen, die wir für verschiedene 
Zwecke an verschiedenen Experimenten machten. Das Gliadin 
wurde dem Hunde als mit Wasser gekochter Brei gegeben. 
Er fraß es immer mit dem größten Appetit. Es ist jedoch zu 
bemerken, daß beim 8. Versuch, bei welchem dem Hunde 400 g 
Gliadin gegeben wurden, er ungefähr »/» Teil davon nicht mehr 
verzehren wollte, und wir waren gezwungen ihm denselben in 
den Mund mit den Händen einzutragen ; er hatte jedoch wenig 
dagegen; weswegen wir auch keine Versuche mit größeren 
Mengen Gliadins vornahmen. 
Die Fistelexcretionen wurden in kleine Kölbchen aufge¬ 
nommen, welche wir oft wechselten und in den Eisschrank 
stellten, um den weiteren Verdauungsprozeß zu hemmen. Den 
') Emil Abderhalden und Franz Samuely. Diese Zeitschrift. 
Bd. XLIV, S. 276.
        

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