Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. XX. Mitteilung: Zur Kenntnis der Verdauungs- und Resorptionsgesetze im Magendarmkanal
Person:
London, E. S. F. Sandberg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18896/1/
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. 
XX. Mitteilung. 
Zur Kenntnis der Verdauungs- und Resorptionsgesetze im 
Magendarmkanal. 
Von 
E. S. London und F. Sandberg. 
(Aus dem pathologischen Laboratorium des K. Institutes für experimentelle Medizin.) 
(Der Redaktion zugegangen am 12. Juni 1908.) 
I. 
Der Verdauungsprozeß in seinen verschiedenen Erschei¬ 
nungen (wie Saltsekretion, Grad der Verdauung, Resorption usw.) 
ist schon einigermaßen gründlich erforscht worden, obwohl noch 
viel Arbeit auf diesem Gebiete zu tun übrig bleibt. Bisher 
sind wir noch in Unkenntnis über die allgemeinen Prinzipien, 
welche alle einzelnen Erscheinungen des Verdauungsprozesses 
verknüpfen. Daß solche Prinzipien existieren müssen, unter- 
liegt ja keinem Zweifel, indem dadurch die Beständigkeit und 
Regelmäßigkeit aller Excretionen bei unseren Verdauungshunden 
erklärt werden kann. Um diesen Prinzipien einigermaßen näher 
treten zu können, unternahmen wir die vorliegende Untersuchung. 
Aus unseren bisherigen Versuchen an unseren Verdauungs¬ 
hunden wissen wir schon, daß das Eiweiß im Magen nicht gänz¬ 
lich verdaut wird, vielmehr, daß ein Teil des in den Magen ein¬ 
geführten Eiweißes in das Duodenum in unverändertem Zustande 
übergeht. 
Es wird hier die folgende Frage gestellt: in welchem Teile 
des Darmkanals geschieht die Verarbeitung des vom Magen un¬ 
berührt gebliebenen Eiweißes? Und ob das unverdaute Eiweiß 
das Ileum erreicht? 
Es ist uns weiter schon bekannt, *) daß die Intensität der 
Magenarbeit im gehörigen Maße durch die Menge der zugeführten 
‘) E. S. London und W. Polowzowa. Diese Zeitschrift, Bd. XLYI. 
S. 209.
        

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