Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein Verfahren zum Nachweis von Inosit in tierischen Geweben und Flüssigkeiten
Person:
Rosenberger, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18892/2/
...3/4? Franz Rosenberger, 
Demgemäß gestaltete sich das Verfahren zur Untersuchung 
ganzer Tiere folgendermaßen: 
Das Versuchstier wird gewogen, die dreifache Menge 
Wasser zum Kochen erhitzt, das Tier getötet, sofort grob zer¬ 
stückelt, in das Wasser geworfen und dieses im Sieden erhalten. 
Unterdessen wird die der Hitze gebotene Oberfläche durch 
Einschnitte in die Muskulatur vergrößert. Nach 20—25 Minuten, 
je nach der Größe des Untersuchungsgegenstandes, löst man 
das Fleisch von den Knochen, zertrümmert letztere im Mörser 
und schickt die Weichteile durch die Hackmaschine. Die etwas 
abgekühlte Kochbrühe wird auf das ursprüngliche Volumen 
aufgefüllt und mit Ätzkali bis zum gewünschten Gehalt (2—5°/0) 
versetzt. Die Organe gibt man nun in einen geräumigen Kolben, 
spült mir der Brühe nach, erhitzt sie in derselben rückfließend 
zunächst im Wasser- und, wenn das Schäumen aufgehört hat, 
im Parafflnbad bis zur Lösung. Die Brühe, die nicht absolut 
klar zu sein braucht, wird dann in eine große Schale gegossen, 
mit Salpetersäure neutralisiert und dann soviel konzentrierte 
Salpetersäure (spez. Gew. 1,5) zugesetzt, daß ihr Gehalt 2,5 
Volumprozent freier Säure entspricht. Nun wird die unter¬ 
dessen oft grau und grobflockig gewordene Flüssigkeit womöglich 
zunächst auf freiem Feuer, später, wenn nötig, auf dem Wasser¬ 
bad auf 1 3 der ursprünglich verwendeten Wassermenge unter 
häufigem Rühren eingedampft; sie schäumt in der Regel im 
Anfang stark und muß daher genau beaufsichtigt werden. Es 
steigt während des Eindampfens eine gelbbraune bis schwarze 
Masse als Rinde an die Oberfläche, die teilweise in vielen Fällen 
noch ganz unverseiftes Fett enthält. Ist die Lösung auf das 
gewünschte Quantum reduziert, so neutralisiert man sie mit 
heißgesättigter Barytlauge und fügt dann noch einen Überschuß 
von dieser hinzu.1) Die Farbe der Lösung wird dabei, wenn 
sie vorher, wie gewöhnlich, gelb war, rot bis graurot. 
Bei basischer Reaktion erhitzt man 10—15 Minuten lang, 
dann wird wieder mit Salpetersäure schwach angesäuert, auf 
’) Der Zeitersparnis halber vergleicht man das Volumen der 
Flüssigkeit in der Schale mit abgemessenen Mengen warmen Wassers 
in einem ebenso geformten Behälter.
        

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