Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Chemie des Blutfarbstoffs. IX. vorläufige Mitteilung
Person:
Marchlewski, L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18888/3/
**1“ L. Marchlewski, 
Augenblick aus der ätherischen Lösung der Reaktionsprodukte 
in Form von gelben Nadeln abscheidet,l) ist höchst wahrschein¬ 
lich ein Monoazoderivat, welches sehr bald unter dem Einfluß 
von Diazoniumsalzen in das Disazoderivat umgewandelt wird. 
Es ist wohl erlaubt, anzunehmen, daß zur Bildung dieser 
Azofarbstoffe das von Küster vermutete Pyrrolin nicht bei¬ 
trägt. obwohl bis jetzt keinerlei Studien über das Verhalten 
solcher Körper Diazoniumsalzen gegenüber existieren. 
Die rein isolierten Azofarbstoffe mögen hier aufgezählt 
werden : 
1. Produkt I, dessen Ghlorhydrat in triklinen oder mono¬ 
klinen braunen Nadeln krystallisiert. Schmelzpunkt 233° (Ghlor¬ 
hydrat). 
2. Produkt II, prächtige rubinrote Krystalle, kupferglän¬ 
zend, rhombisches System. Schmelzpunkt 268°. 
3. Produkt III, grüne Nadeln, als Ghlorhydrat. Schmelz¬ 
punkt über 300°. 
4. Produkt IV, braune Nadeln, als Chlorhydrat, grün 
schillernd, Schmelzpunkt 185—186°. Krystallsystem wegen 
starker Lichtabsorption nicht zu bestimmen. 
Produkt I tritt in der Regel als Hauptprodukt auf. Die 
Mengen der Produkte I, II und III standen beispielsweise bei 
einem Versuch, bei welchem 50 g Hämin in Arbeit kamen, in 
folgenden Gewichtsverhältnissen : 3,67 : 0,21 : 0,040. 
Produkt IV, welchem wir erst in allerletzter Zeit begeg¬ 
neten, wird in wechselnden Mengen gebildet. 
Es ist wahrscheinlich, daß einige dieser Produkte in gene¬ 
tischer Beziehung zu einander stehen, so Produkt I und II, selbst¬ 
verständlich ist dies vorderhand nur eine Vermutung.2) Pro¬ 
dukt III und IV scheinen selbständige Stoffe zu sein, welche 
unabhängig von Produkt I gebildet werden. 
Produktiv scheint aus einem Hämopyrrol zu entstehen, 
bei dessen Bildung die Reduktion des Hämins nicht genau unter 
denselben Bedingungen verlief wie im Falle des Produktes I. 
’) Bull, de l’Acad. des Sciences de Cracovie, 1905, S. 281. 
*) Bezeichnend ist es allerdings, daß das synthetische ß^oij-Dimethyl- 
pyrrol ein ganz analoges Produkt wie Produkt II liefert.
        

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