Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Chemie des Blutfarbstoffs. IX. vorläufige Mitteilung
Person:
Marchlewski, L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18888/2/
Zur Chemie des Blutfarbstoffs. IX. 317 
daß die Menge des entstehenden Farbstoffs «eine Funktion der 
Säurewirkung ist und zwar derartig, daß die Menge des Körpers, 
welcher das Hämopyrroldisazodibenzolchlorhydrat vom Schmelz¬ 
punkt 233° liefert, um so geringer ist, je energischer die Be¬ 
handlung des Rohdestillates mit Säuren war und daß bei ent¬ 
sprechender durchgehender Wirkung der Säure die Menge des¬ 
selben nahezu auf Null herunter gedrückt werden kann. » 
Nach Küsters vorliegender Abhandlung folgt nun,l) daß 
er das Rohhämopyrrol sich aus zwei Bestandteilen zusammen¬ 
gesetzt denkt, aus einem echten Pyrrolhoraolog (S-Hämopyrrol) 
und einem aus jenem entstehenden Pvrrolin (A-Hämopyrrol) 
Eine solche Annahme ist allerdings möglich, für die Frage nach 
der Zusammengesetztheit des Hämopyrrols und für Rückschlüsse 
über die Beziehungen des Hämopyrrols zum Blutfarbstoff ist 
sie meiner Ansicht nach nur von geringer Bedeutung. Eine 
solche Annahme stimmt dann natürlich auch mit dem Befunde 
der Oxydation des A- und S-Hämopyrrols, d. h. daß beide Körper 
dasselbe Methyläthylmaleinsäureimid liefern. Hervörzuheben ist 
jedoch, daß, wenn man sich auch entschließt, mit Küster die 
Existenz eines Pyrrolins im Rohhämopyrrol anzunehmen, nicht 
die ganze Menge des genannten Imids, welches aus dem A-Hämo¬ 
pyrrol gewonnen wurde, auf das Pyrrolinhomolog zurückzuführen 
ist. Ein Teil des Imids wird wohl auf das Umlagerungsprodukt 
bezw. Polimerisationsprodukt des echten Pyrrolhomologs des 
Rohhämopyrrols zurückzuführen sein, welches, wieMostowski 
und ich gezeigt haben, durch Säurewirkung gebildet wird. 
Nach den jetzigen Ausführungen von Küster wäre also 
Hämopyrrol ein Gemisch von zwei Substanzen, die in engster 
genetischer Beziehung zueinander stehen. 
Leider ist aber die Hämopyrrolchemie, wie es scheint, 
viel komplizierter, wofür die Resultate unserer Forschungen 
über die Azofarbstoffe des Hämopyrrols sprechen. Es ist näm¬ 
lich gelungen, bis jetzt nicht weniger als fünf verschiedene Azo¬ 
farbstoffe aus dem Rohhämopyrrol zu gewinnen, von denen vier 
isoliert werden konnten. Das fünfte, welches sich im ersten 
') Auch Küsters Arbeit in den Ber., Bd. XL, S. 2021 (1007), er¬ 
schien nach meiner und Mostowskis Publikation.
        

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