Bauhaus-Universität Weimar

Ein Fäulnisversuch mit Arginin. 307 
Mittel zu 48° 18'. Abgesehen von dem ganz glèichen äußeren 
Verhalten in Farbe und Lichtbrechung zeigt schon das charakte¬ 
ristische optische Bild auf der einen Fläche (der Tafelfläche 
bei den tafligen Krystallen) im konvergenten polarisierten Lichte 
absolute Gleichheit der vorliegenden mit den daneben ver¬ 
glichenen Originalkrystallen von Salkowski hinsichtlich der 
Lage der Axenebene, der Größe des Axenwinkels und der nahezu 
normalen Lage der ersten Mittellinie zur Tafelfläche. Die vor¬ 
liegenden Krystalle sind also eine flächenärmere Kombination, 
nach der Aufstellung von K. Busz (1. c. S. 778) a (100) c (001)! 
Die kleinen Endflächen entsprechen einem schiefen Prisma und 
waren nur schlecht meßbar. Der gefundene Winkel zu c (001) 
ist im Mittel 66° 16', auch er entspricht dem von Busz ge¬ 
messenen Werte der Fläche p (111). * 
Busz Schwantke 
a:c I 48 22,5 48 T8 
II 48 21 
P • e 66 18 66 16 
Es ist demnach die Idendität beider Substanzen auch 
krystallographisch erwiesen. » 
Schließlich habe ich auch konstatiert, daß beide Präpa¬ 
rate gleichzeitig am selben Thermometer erwärmt, bei 86—870 
schmelzen. 
An dieser Stelle sei noch bemerkt, daß das Chlorid der 
b-Aminovaleriansäure die Eigentümlichkeit hat, trocken erhitzt, 
zum großen Teil unzersetzt zu destillieren, sodaß also eine 
Ringschließung hierbei nicht eintritt.1) 
') Durch die Arbeiten von C. Schotten (Ber. d. Deutsch, chem. 
Ges., Bd. XXI, S. 2235) wissen wir, daß die freie b-Aminovaleriansäure 
beim Erhitzen über ihren Schmelzpunkt in ihr inneres Anhydrid, das 
Oxypiperidin übergeht 
CH, 
/ \ 
H,C CH, 
I I 
H,C C=0 
1 I 
NH, OH 
daß aber anderseits das Oxypiperidin 
CH, 
/ \ 
H,C CH, 
I I + H,0, 
H,C C=0 
\ / 
N 
H 
beim Kochen mit starken Säuren 
22*
        

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