Bauhaus-Universität Weimar

Ein Fäulnisversuch mit Arginin. 
Von 
D. Ackermann. 
(Aus dem physiologischen Institut der Universität Marburg ) 
(Der Redaktion zugegangen am 31. Mai 1908 ), 
Vor einiger Zeit ist von mir unter dem Namen Putridin >) 
eine Base beschrieben worden, die sich aus gefaultem Pankreas¬ 
gewebe in ziemlichen Mengen gewinnen läßt, wenn man die 
von F. Kutscher zuerst zur Aufteilung des Fleischextraktes 
benutzte Methode zur Anwendung bringt. Die summarische 
Formel dieser Base hatte ich damals nicht vollständig feststellen 
können, da trotz häufig wiederholter Analysen der Kohlenstolf- 
wert, der sich bei der Elementaranalyse des Gold- und Platin¬ 
salzes ergab, in den Grenzen von 1 o schwankte. So mußte 
es also einstweilen unentschieden bleiben, ob dem Chloraurat 
des Putridins die Formel 
CnH2cNä03.2 (HAuClj) oder C5HltN02. HAuC14 
zukomme. Durch weitere Untersuchungen habe ich nun ermittelt, 
daß die zweite dieser Formeln die richtige ist, gleichzeitig aber 
erwies sich dann auch, daß der Körper identisch war mit dem 
Aurat der durch die Arbeiten von E. und H. Salkowski*) 
als Fäulnisprodukt bekannt gewordenen b-Aminovaleriansäure. 
Somit nehme ich also den Namen Putridin wieder zurück. 
Der Gedanke an eine Monoaminosäure lag anfangs fern, 
denn die a-Aminosäuren, mit welchen es die physiologische 
Chemie ja meist zu tun hat, werden, wenn man vom Arginin, 
Histidin und Phenylalanin absieht, durch die Alkaloidfällungs- 
mittel nicht niedergeschlagen. Der hier in Rede stehende Körper 
aber gab sehr wohl Fällungen mit Phosphorwolframsäure, Gold- 
') Diese Zeitschrift, Bd. LIV, S. 24. 
__ ‘) Rer. d. Deutsch, chem. Ges., Bd. XVI, S. 1191, und Bd. XXXI, 
•S- l /6. 
Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LVI, 22
        

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