Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Diagnostik der Geisteskrankheiten für praktische Ärzte und Studierende
Person:
Sommer, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18866/137/
Untersuchung der psychischen Vorgänge. 
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IV. Innere Organe, besonders Verdauungssystem. 
V. Besondere Untersuchung des Circulationssystems. Herz, arterielles 
Gefässsystem, Puls, Verkeilung und Füllung der Gefässe an der Haut, speciell 
im Gesicht, Blutungen, besonders Menses. 
VI. Secretionserscheinungen : 
Beschaffenheit des Urins, Speichelsecretion, Schweisssecretion. 
VII. Muskelzustände: 
Neurologisch wichtige Erscheinungen : Paresen, Spasmen, Zuckungen etc. 
Besonders Befund an den Kopfnerven. Psychisch bedingte Spannungszustände 
(vergl. Untersuchung des Willens). 
VIII. Ausdrucksbewegungen besonders im physiognomischen Gebiet. 
IX. Reflexe. (Möglichste Einheit des Reizes, Prüfung der mechanischen 
Bedingungen, scheinbares und wirkliches Fehlen, Steigerung.) 
Kniephänomene, Fussklonus, Pupillen-Weite, -Differenzen, -Reaction auf Licht 
(gemessen mit welchem Licht?), accommodative Mitbewegung. 
Andere Reflexe (Biceps-, Triceps-, Facialisreflexe, Cremasterreflexe u. s. f.). 
X. Sonstige nervöse Erscheinungen, speciell auch solche subjectiver 
Natur. (Parästliesieen, Anästhesie u. s. f.) 
B. Entwickelung der Krankheit. 
Name des Referenten. (Es ist zu beachten, in welcher Beziehung Referent 
zu dem Kranken steht, welchen Eindruck derselbe macht, ob bestimmte Denk¬ 
fehler bei ihm wiederkehren, ob seine Darstellung nach einer Richtung zuge¬ 
schnitten erscheint.) 
Körperliche und geistige Beschaffenheit der Eltern, Krankheiten 
derselben, Infectionskrankheiten, besonders Lues;Epilepsie, Stoffwechselkrankheiten, 
Tuberculose. Psychische Eigenthümlichkeiten derselben. Criminalität, Geistes¬ 
krankheiten, speciell Anstaltsbehandlung. 
Sonstige Heredität. Gesammtzahl der Geschwister und Kinder. Störungen 
bei den directen Ahnen des Kranken. Störungen in den Seitenlinien der Vor¬ 
fahren; Art dieser Störungen. 
Zustand der Mutter bei der Gravidität. Geburtsverlauf. Besonderheiten 
des Kindes in den ersten Lebensjahren, Krankheiten, besonders Krämpfe in 
früher Jugend. 
Schulbesuch, Pubertät, Berufswahl, Militärverhältnis, weitere Lebensereig¬ 
nisse, eheliches Leben. 
Schädigungen durch Unfälle, Ueberanstrengung, schreckhafte Ereignisse, Noth, 
körperliche Krankheiten, besonders Infectionen und Intoxicationen, puerperale 
Erkrankungen. Mit Angaben Uber Behandlung. 
Besondere psychische Eigenthümlichkeiten. 
Criminalität. 
Abnorme Neigungen besonders zum Alkohol. 
Erste Symptome der Krankheit. 
Deutlicher Ausbruch der Störung. 
Art und Wirkung therapeutischer Versuche. 
C. Psychischer Zustand. 
I. Sprache: Nach Prüfung des motorischen Gebietes (Stottern, Stammeln, 
Paresen, Zuckungen, Mitbewegungen etc.), Feststellung der Erscheinungen im sen¬ 
sorischen Gebiet (Wortgedächtnis, Paraphasie, Iterativerscheinungen etc.). 
II. Bewusstsein, Selbstbewusstsein und Orientirtheit. 
Genaue Darstellung der Reactionen in sprachlicher und physiognomischer 
Beziehung auf folgende Fragen: 
Sommer, Psychiatrische Diagnostik. 2. Aufl. 
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