Bauhaus-Universität Weimar

464 E. Letsche, 
ich aus Hechingen und das Hauptquantum wurde mir aus dem 
Stuttgarter Schlachthause geliefert. 
Nach meinen Erfahrungen wird man erwarten dürfen, 
daß diese »Reaktion» auch anderwärts mit gleicher Häufigkeit 
gelingt, wofern man nur* die Bedingungen einhäit, wie wir sie 
für zweckmäßig gefunden haben. 
Wie schon Hüfner angab, wendet man auf 100 ccm Galle 
zweckmäßig (3—)4 ccm HCl (D 1,165) an und gibt die Säure 
aber erst nach dem Äther zu. Die Menge des Äthers bemißt 
man so, daß auch nach kräftigem Schütteln noch eine Äther¬ 
schicht über der wässerigen Flüssigkeit sich findet. Sofort 
nach dem Ansäuern wird die Flüssigkeit einige Minuten kräftig 
durchgeschüttelt1) und dann sich selbst überlassen. 
Ein Überschuß von HCl ist, wie ich mehrfach zu beob¬ 
achten Gelegenheit hatte, von Nachteil für den Ausfall der 
Reaktion, und es ist deshalb ratsam, die geeignete Quantität 
Säure vorher durch einige Versuche im kleinen (mit ca. 10 ccm 
Galle) auszuprobieren. 
Weiter ist zu beachten — eine übrigens ganz selbstver¬ 
ständliche Tatsache —, daß auch die Temperatur der Galle den 
Ausfall der Reaktion beeinflußt, und es empfiehlt sich daher in 
zweifelhaften Fällen vor der Zugabe der Säure die Galle erst 
einige Zeit bei niederer Temperatur (2—3 °) stehen zu lassen. 
Dagegen ist es nicht notwendig, die ganze Manipulation 
in einem engen Zylinder, wie Hüfner angab, vorzunehmen: 
ich habe vielmehr große Rollgläser für diesen Zweck ver¬ 
wendet und dabei gewöhnlich 2—3 1, vielfach auch 4 1 Galle 
in einem Gefäß nach dem angegebenen Verfahren behandelt. 
Worin der Grund zu suchen ist, daß aus der einen Galle 
die Glykocholsäure sich leicht in Krvstallen ausscheidet, aus 
einer andern dagegen nicht oder nur schwer, ist bis jetzt noch 
nicht bekannt. Hüfner2) sowohl wie Marshall3) undEmich4) 
J)-Unterläßt man das Schütteln, so bleibt die Krystallbildung unter 
Umständen selbst in Gallen, die beim Schütteln die Reaktion leicht geben, aus. 
*) Z. f. pr. Ch., 1881, S. 97. 
3) Diese Zeitschrift, Bd. XI, S. 233. 
4) Monatsh. f. Chemie, Bd III, S. 335.
        

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