Bauhaus-Universität Weimar

Über die Oxydationen im Ei. 11. 447 
Lösung III (Versuch C) enthält auf 100 ccm Seewasser 4,3 g 
NaCl und 3 ccm n/io-NaOH. In ihr verbrauchten befruchtete 
Hier pro Stunde etwa 1,9 ccm Sauerstoff, das heißt etwa 6 mal 
soviel als in Seewasser. 
Bei dieser Versuchsanordnung verbrauchen die Eier 40 mal 
soviel Sauerstoff, als unbefruchtete Eier in Seewasser. Ich 
möchte an dieser Stelle nochmals hervorheben, daß in solchen 
Lösungen, in denen so enorm viel Sauerstoff ver¬ 
braucht wird, die morphologischen Prozesse .der Zetl¬ 
and Kernteilung vollständig sistiert sind.' 
Methode. 
Bei allen Messungen handelt es sich um (Jen im Wasser 
gelösten Sauerstoff. Es wurde, wie voriges Jahr, vollständig 
unter Luftabschluß gearbeitet. 
Der Sauerstoff wurde voriges Jahr nach Winkler titriert. 
Diese Methode ist sehr leicht auszuführen, sie hat aber den 
Nachteil, daß selbst geringe Mengen organischer (jodbindender) 
Substanzen ihre Anwendung unmöglich machen. Ich habe dieses 
Jahr das Verfahren von Schützenberger und Risler1) be¬ 
nutzt. Es beruht darauf, daß der Sauerstoff bei 450 mit Indig- 
weiß in Reaktion gebracht und das gebildete Indigblau mit 
Natriumhydrosulfit zurücktitriert wird. Bei einiger Übung sind 
die Resultate sehr gut. 
Der Titer wurde auf ammoniakalische Kupferlösung ge¬ 
stellt (als Indikator Indigo). 1 ccm der Kupferlösung entsprach 
bio ccm Sauerstoff. Es ist nötig, den Titer jeden Tag und zwar 
im Lauf der Stunden zu stellen, innerhalb deren die Bestim¬ 
mungen ausgeführt werden. Das Hydrosulfit zersetzt sich auch 
ohne Mitwirkung des Sauerstoffs; es hat deshalb keinen Wert, 
die Lösung ganz streng von der Luft abzuschließen ; sie befand 
"ich, nach Montuori,2) unter Vaselinöl ; die Bürette war durch 
') Schützenberger und Risler, Die Gâhrungsersçheinungen, 
Leipzig 1876. 
Vgl. auch Pasteur, Etudes sur la bière, S. 345. —- Tie mann und 
Partner, Untersuchung der Wässer (1895), S. 312. — Roscoe und 
Lunt, Ber. d. Deutsch, chem. Ges., Bd. XXII. 
*) Gazetta Internazionale di Medicina, 1906, S. 3. 
Hoppe-Scyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LX. 31
        

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