Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung und Resorption im tierischen Körper. XXIX. Mitteilung: Zum Studium der allmählichen Fortbewegung, Verdauung und Resorption der Eiweißstoffe, Fette und Kohlenhydrate bei einzelner Darreichung und bei der Darreichung in verschiedenen Kombinationen
Person:
London, E. S. A. Sivré
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18839/57/
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E. S. London und A. Sivré, 
vom unresorbiert gebliebenen Teile) geht gänzlich in das untere 
Darmdrittel nach der fünften Stunde über; durch Hinzufügen 
von Stärke verlängert sich diese Dauer auf eine Stunde, das 
Hinzufügen von Fett verzögert die Verdauung bis 8 Stunden; 
das Hinzufügen des einen wie der anderen bis 10 Stunden. 
Wir haben schon gesehen, daß sich die Chymusmengen, 
welche in das untere Darmdrittel übergehen, bei paarweiser 
Vereinigung summieren. Aus der Tabelle XXI ist es zu er¬ 
sehen, daß die Summierung auch bei dreifachem Kombinieren 
stattfindet. Und in der Tat haben sich bei Fleisch allein bei 
«Rjabtschik» 214 g Chymus abgesondert (II 5), bei Fett allein 
160 g (V 5), bei Stärke allein 252 g. Im ganzen bekommen 
wir also eine Summe von 626 g, bei der Vereinigung aller 
dieser Komponenten erhielten wir 624 g Chymus (XXI 8). 
Das Tempo des Chymusüberganges an dieser Stelle wird 
augenscheinlich vom Fleisch mit Fett bestimmt; wenigstens steht 
auch die Zahlenreihe, welche die Aufeinanderfolge der Sekre¬ 
tion bei «Rjabtschik» bei Fleisch mit Stärke und Fett (XXI 9) 
angeben, der entsprechenden Zahlenreihe des Fleisches mit Fett 
allein am nächsten. 
Die mittlere Konzentration der Verdauungsprodukte des 
Fleisches erweist sich in allen Fällen der Kombination des 
letzteren mit anderen Nahrungskomponenten gesunken. Bei 
Fleisch allein ist die Konzentration 0,69 «/« gleich (II 10), bei 
Fleisch und Stärke 0,41«/o (XV11), bei Fleisch mit Fett (XII11) 
38°/o, bei Fleisch, Fett und Stärke noch weniger und zwar 0,32 °/o 
(XXI 13). Wenn wir die hier angegebenen Zahlenreihen, welche 
den Exkretionsgang des Fleisches in verschiedenen Serien 
unserer Versuche schildern, vergleichen wollen, so bemerken 
wir 1. daß das Fleisch in dreifacher Kombination aus dem 
zweiten Darmdrittel in das dritte Drittel im allgemeinen mit dem~ 
selben Tempo übergeht, wie wenn es selbständig verdaut wird, 
aber nur ein wenig verzögernd nach der zweiten Stunde; 2. daß 
Stärke und Fleisch in dreifacher Vereinigung der Wirkung des 
Fleisches unterliegen. Mit einem Worte, die Hauptbestimmung 
des Tempos gehört dem hier sich immer treu bleibenden Fleische.
        

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