Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Läßt sich durch Fütterung mit Zein oder Gliadin als einziger stickstoffhaltiger Substanz das Stickstoffgleichgewicht herstellen?
Person:
Henriques, V.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18832/13/
117 
Über Fütterung mit Zein oder Gliadin. 
liehe tägliche Ablagerung von 6,5} mg N gibt. Zugleich sehen 
wir. daß das Körpergewicht sieh 22 Tage hindurch unverändert 
erhalten hat. 
Betrachten wir diese Versuche mit Gliadinyerfütterung 
und berücksichtigen wir besonders den letztbesprochenen Ver¬ 
such fX), so geht es mit Deutlichkeit hervor, daß es möglich 
ist. durch Fütterung eines Tieres mit Gliadin als einziger Stick- 
stollquelle das Stickstoffgleichgewicht herzustellen, ja sogar eine 
Ablagerung von Stickstoff, im Körper zu erzielen. Allerdings 
sind die Mengen Gliadin, die erforderlich sind, um einen solchen 
Zustand eintreten zu lassen, sehr groß im Vergleich mit den 
Mengen anderer Proteine, deren Bedeutung zu untersuchen wir 
in früheren Versuchen die'Gelegenheit hatten. • Der Grund hier¬ 
von liegt möglicherweise darin, daß ein bedeutender Teil des 
Stickstoffes des Gliadins sich in Form von Glutaminsäure findet : 
soll daher das Gliadin in die im Blute befindlichen Proteine 
umgebildet werden, so muß ein nicht geringer Teil des Stick Stoffes 
ausgeschaltet werden, da die Proteine des Blutes nur ver¬ 
hältnismäßig wenig Glutaminsäure enthalten (das Serumalbumin 
z. B. 7,7%. das Serumglobulin 8,2%i.1) 
W ir finden also, daß es eine Wresensverschiedenheit 
zwischen der Bedeutung des Zeins und der des Gliadins für 
den Stickstoffumsatz im Körper gibt : das Zein vermag kein ^ 
StickstofFgleichgewicht herzustellen, was dagegen das Gliadin 
vermag, wenn es in reichlicher Menge, gegeben wird. Der Grund 
dieser Verschiedenheit läßt sich natürlich nicht mit Sicherheit 
angeben. Wir haben bereits angeführt, daß es beiden ge¬ 
nannten Proteinen an Lysin abgeht. Dieser Mangel scheint also 
nicht von entscheidender Bedeutung zu sein. Dagegen scheint der 
Umstand, daß das Zein kein Tryptophan enthält, eine große 
Rolle zu spielen. Ob das Nichtvorhandensein* von Tryptophan 
im Zein wirklich der Grund ist; weshalb bei Verbitterung 
dieses Proteins kein Stickstoffgleichgewicht erntritt, muß sich 
übrigens durch eine Untersuchung entscheiden lassen, ob das 
‘) Siehe hierüber: E. Abderhalden. Lehrb. d. nhysiol. r.hrrme 
2. Auf!., 1909. ‘ 
Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LX 0
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.