Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Physikalisch-chemische Untersuchungen über das Verhalten der harnsauren Salze in Lösungen
Person:
Gudzent, F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18828/7/
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E. Gudzent, 
Theoretisch ist ja zu verlangen, daß bei dem unstabilen 
Körper a in dem Augenblick seiner Bildung in wässeriger Lösung 
auch die Umwandlung beginnt. Demnach ist zu folgern, daß 
Urate, welche langsamer aus übersättigten Lösungen auskrystal- 
lisieren, sich auch dementsprechend weiter umwandeln müssen. 
Die gleiche Erscheinung muß sich ferner bei den Präparaten 
finden, die nicht gleich nach dem Auskrystallisieren aus der 
Mutterlauge entfernt werden. 
In der Tat haben das Natrium- und Kaliumurat. die Ten¬ 
denz, länger in übersättigter Lösung zu verharren wie das 
Ammoniumurat; während dieses meistens schon nach einer 
Viertelstunde krystallisiert, brauchen die beiden anderen Urate 
hierzu fast immer 4 Stunden und mehr. Damit ist schon die 
Erscheinung, daß die Löslichkeit der frisch hergestellten Na¬ 
trium- und Kaliumurate nie so hohe Löslichkeitswerte, ausge¬ 
drückt durch die Anzahl der Prozente, um die sie größer als 
die ihres stabilen Körpers b ist, ergeben hat als das Ammo¬ 
niumurat, hinreichend erklärt. 
Zudem gelang es mir bei beiden Uraten einmal durch 
schnelle Abkühlung, das andere Mal durch Zusatz von viel Al¬ 
kohol zu der Lösung, schon nach einer Stunde ein krystal- 
linisches Produkt zum Ausfallen zu bringen, das 13°/o und 
14°/o löslicher war, also einen noch um 6°/o bzw. 7°/o höheren 
Löslichkeitswert aufwies als die anderen Präparate. Die übrigen 
in dieser Richtung angestellten Versuche scheiterten an der 
Tendenz dieser Urate, amorph oder nur teilweise krystallinisch 
auszufallen. 
Die andere Folgerung, daß die hergestellten Präparate 
auch in der Mutterlauge je nach der Zeit ihres Verweilens in 
derselben sich mehr oder weniger weiter umwandeln müssen, 
ließ sich ausgezeichnet experimentell beweisen. 
Von einem Ammoniumurat wurde eine halbe Stunde nach 
dem Beginn des Auskrystallisierens ein Teil der Substanz entfernt. 
Die Löslichkeit dieses Teiles war 1: 1476. 
Der andere Teil blieb noch 24 Stunden stehn. Seine 
Löslichkeit betrug nun noch 1: 1640. 
Da die Löslichkeit des stabilen Körpers b 1: 1848 be-
        

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