Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Physikalisch-chemische Untersuchungen über das Verhalten der harnsauren Salze in Lösungen
Person:
Gudzent, F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18828/1/
Physikalisch-chemische Untersuchungen über das Verhalten 
der harnsauren Salze in Lösungen. 
Von 
Dr. med. F. Gudzent. 
Mit zwei Kurvenzeichnungen. 
(Aus der I. med. Universitätsklinik Berlin (Charité). Direktor: Geheimrat Prof. Dr. His.) 
(Der Redaktion zugegangen am 26. März 1909.) 
In meiner in dieser Zeitschrift, Bd. LVI, Heft 2, S. 150 ff., 
veröffentlichten Arbeit über das Verhalten der harnsauren Salze 
in Lösungen war u. a. festgestellt worden, «daß die Löslichkeit 
des primären Ammonium-, Natrium- und Kaliumurats nach Er¬ 
reichung des Sättigungspunktes allmählich wieder abnimmt und 
die Geschwindigkeit dieser Abnahme immer geringer wird, je 
länger das Urat mit seinem Lösungsmittel, Wasser, in Berüh¬ 
rung bleibt, ferner, daß die Tendenz zur Löslichkeitsabnahme 
beim Kalium- und Natriumurat gleich groß, beim Ammonium- 
urat aber vier- bis fünfmal größer gefunden wurde und die 
Änderung der Lösungstemperatur von 18° auf 37° auf diese 
Tendenzen keinen Einfluß hatte». 
Über die Ursachen der Löslichkeitsabnahme konnte in 
der damaligen Arbeit kein Aufschluß gegeben werden. 
Ich setzte die Untersuchungen fort, da diese Erscheinung 
vielleicht für das Verhalten der Salze im Organismus von Be¬ 
deutung sein könnte. 
Die Löslichkeitswerte der untersuchten harnsauren Salze 
waren in der Weise ermittelt worden, daß eine gewogene Menge 
Substanz mit einer bestimmten Menge Wasser bei konstanter 
Temperatur eine bestimmte Zeit geschüttelt, die Lösung filtriert 
und der Rückstand gewogen wurde.1) 
Dadurch, daß die Schütteldauer in systematischer Weise 
zwischen 15 Minuten und 8 Tagen variiert wurde, wurde die 
*) Diese Zeitschrift, Bd. LVI, S. 157.
        

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