Bauhaus-Universität Weimar

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A. Kossel und F. Weiss, 
Als Ausgangsmaterial diente bei unsern Versuchen das 
Clupein, welches durch dreistündiges Kochen mit 10-volum- 
prozentiger Schwefelsäure in das zugehörige Proton, das «Clu- 
peon», übergeführt wurde. 
Wenn man die saure Reaktionsflüssigkeit durch Baryt¬ 
wasser unter Vermeidung eines Überschusses von Schwefel¬ 
säure befreit und die verdünnte Lösung mit einer alkoholischen 
Lösung von Pikrolonsäure versetzt, so bildet sich ein Nieder¬ 
schlag, welcher sich bei mikroskopischer Untersuchung als kry- 
stallinisch erweist. Er besteht aus knolligen Aggregaten nadel¬ 
förmiger Krystalle, die im dunkeln Gesichtsfeld zwischen ge¬ 
kreuzten Nicols hell erscheinen. In den hellen Figuren der 
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Knollen erblickt man ein dunkles Kreuz, dessen Richtungen 
denen der Hauptschnitte parallel sind. Die Krystalle lassen 
sich aus verdünntem Alkohol umkrystallisieren. Wenn man sie 
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in schwefelsäurehaltigem Wasser suspendiert und mit Äther 
ausschüttelt, so gelingt es meist ohne Schwierigkeit, die Pikrolon¬ 
säure bis auf Spuren zu entfernen. Dampft man nun die Lösung 
nach Entfernung der Schwefelsäure ein, so erhält man einen 
Rückstand, welcher die Ebene des polarisierten Lichtes nach 
links ablenkt, ebenso wie dies beim Clupeon der Fall ist, 
welcher ferner die Biuretreaktion ergibt und die Zusammen¬ 
setzung der Clupeone zeigt. Nur bei einem unten erwähnten 
Versuch erhielten wir eine optisch inaktive Lösung. 
Da das Arginin, wie H. St eu del gezeigt hat, ein schwer 
lösliches krystallisierendes Pikrolonat bildet, könnte man an 
die Möglichkeit einer Beimengung dieser Base denken. Daß 
das Präparat nicht etwa zum größeren Teil aus Arginin be¬ 
stehen kann, ergibt sich ohne weiteres schon aus der Links¬ 
drehung desselben, denn das aus Clupein erhaltene Arginin ist 
rechtsdrehend. Zur Prüfung auf eine Beimengung von Arginin 
führten wir eines der Präparate in das Silbernitratsalz über 
und versuchten dieses in verschiedener Weise zur Krystalli- 
sation zu bringen. Bekanntlich krystallisiert das Argininsilber¬ 
nitrat sehr leicht, wir konnten aber bei keiner Probe eine 
Krystallbildung beobachten. Auch gelang es nicht, durch frak¬ 
tionierte Alkoholfällung des Chlorids eine rechtsdrehende Fraktion
        

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