Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das Verhalten des Atoxyls im Organismus
Person:
Igersheimer, J. A. Rothmann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18810/25/
-Ko I ff rj sheI HUM und Rothmann. ('her Aloxyl im Organismus 
linden ist. lädt es verständlich erscheinen, dal» hier und da 
bereits nach einer einzigen Atoxylinjektion Abtötung der Trypano¬ 
somen d. h. Heilung der Schlafkrankheit erzielt wurde, wie 
dies von Hubert Koch1) berichtet wird. 
Es findet ferner auch eine Bindung des Atoxyls durch 
Organzellen statt. Daß die Giftwirkung auf die Organe mit 
dieser Bindung parallel geht, beweisen die positiven As-Befunde 
in denjenigen Organen (Augen, Zentralnervensystem der Katze, 
innere Organe des Hundes), in denen klinisch und anatomisch 
die Veränderungen nach AtoxylVergiftung vornehmlich loka¬ 
lisiert sind.2) Auch die Autolyseversuche unterstützen diese 
Ansicht und machen es außerdem wahrscheinlich, dal» gerade 
in den Organen eine Tinwandlung resp. Zerstörung eines Teils 
des Atoxyls statt findet. 
Bei der Zerstörung des Atoxyls spielt sicher, wie die 
Autolyseversuchc und die Ergebnisse der Harnanalysen an- 
zeigen, auch die Abspaltung von anorganischem Arsen eine 
Bolle. Damit scheinen die Spätsymptome bei längerer Behand¬ 
lung im Zusammenhang zu stehen, denn die bei chronischer 
Atoxylvergiftung auftretenden Vergiftungssymptome sind zum Teil 
analog den Erscheinungen bei Arsenvergiftungen. Diese für Arsen- 
vergiftung charakteristischen Erscheinungen (Conjunctivitis. Hhi- 
nitis, Pharyngitis, trophische Störungen an der Haut usw.) traten 
bei der akuten und subakuten Atoxylintoxikation niemals auf 
Es ist wahrscheinlich, dal» das unzersetzt im Blute kreisende 
Atoxyl von den Zellen, die es besonders stark an sich reiben 
sei es Organzellen, sei es Trypanosomen —, in das giftige 
Heduktionsprodukt umgewandelt wird. Auf Grund unserer eigenen 
Beobachtungen können wir diese Erage nicht entscheiden. Da¬ 
gegen erscheint es uns sicher, daß wir es bei der Atoxyl- 
vergiftung mit zwei wirksamen Faktoren zu tun haben, 
dem Atoxyl resp. seinem Beduktionsprodukt einerseits 
und dem abgespalteten anorganischen As anderseits 
l) Deutsche med. Woehenschr. 1907. Xr. îtj, S. 1889. 
*) t'ür das Arsen wurde durch Slowtzoff (Hofmeisters Beile 
Bd. 1. S. 281i nachgewiesen, daß nach Verfütterung von As/I, eine 
s
    

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