Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Kenntnis des Oxyhämoglobins verschiedener Tierarten. I. Mitteilung
Person:
Abderhalden, Emil Florentin Medigreceanu
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18798/4/
168 Emil Abderhalden und Florentin Medigreceanu, 
entfernt werden, um so reinere Krystalle von Oxyhämoglobin 
erhält man. In genau der gleichen Weise lassen sich auch relativ 
leicht Krystalle von Oxyhämoglobin aus Hühner- und Entenblut 
gewinnen. Das Umkrystallisieren erfolgte durch Lösen der Kry¬ 
stalle in 2 Volumen Wasser von 37° und Wiederholung des 
Zusatzes von lU Volumen Alkohol unter den gleichen Bedingungen, 
wie vorher. Das Absaugen der Krystalle muß bei niedriger 
Temperatur vorgenommen werden. Am besten stellt man die 
Saugflasche mit der Nutsche in eine Kältemischung. Die fol¬ 
genden Tafeln geben die Form der erhaltenen Krystalle von 
Oxyhämoglobin aus Gänseblut wieder. Gleichzeitig bilden wir 
noch einen großen, sechsseitigen Krystall ab. Diese Form trat 
in großen Massen in Oxyhämoglobinlösungen auf, die längere 
Zeit aufbewahrt worden waren. Es handelt sich vielleicht um 
Hämoglobin- oder Methämoglobinkrystalle. 
Die Oxyhämoglobinkrystalle sind in Wasser sehr leicht 
löslich. Schon unter dem Mikroskop begann die Auflösung. 
Das zweimal krvstallisierte Oxyhämoglobin ließ nicht die geringste 
Verunreinigung erkennen. Die Krystalle waren ganz einheitlich. 
Natürlich bietet dieses «reine» Aussehen keine Garantie für die 
chemische Reinheit der Krystalle. Wir haben zu wiederholten 
Malen Krystalle von Oxyhämoglobin aus verschiedenen Blut¬ 
proben gewonnen und zunächst G, H, N, S und Fe bestimmt. 
Die gefundenen Werte stimmen mit den früher gefundenen1) 
gut überein. Was nun den Gehalt an Phosphor anbetrifft, so 
erhielten wir bei verschiedenen Präparaten verschiedene Werte. 
Ein besonders sorgfältig gereinigtes Präparat ergab nur Spuren 
von Phosphor (0,0059 o/o), während eine nur einmal krystalli- 
sierte Probe 0,12 o/0 Phosphor aufwies. Ein drittes, ebenfalls 
nicht weiter gereinigtes Präparat enthielt 0,095 °/o Phosphor. 
Diese schwankenden Zahlenwerte und der Befund, daß es ge¬ 
lingt, den Phosphorgehalt des Oxyhämoglobins aus Gänseblut 
außerordentlich zu vermindern, lassen unter Berücksichtigung 
der Befunde von Inoko (1. c.) den Schluß zu, daß dem Oxy- 
J 
* 
‘)F. Hoppe-Seyler, Medizinisch-chemische Untersuchungen, S. 366, 
1868.
        

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