Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntnis der Gallenfarbstoffe: Über Bilirubin, Biliverdin und ihre Spaltungsprodukte
Person:
Küster, William
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18788/29/
Beiträge zur Kenntnis der Oallenfarbsloffe. 
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stoir auf eine Molekel <:32H,60$Nt bezogen, in Form von Na¬ 
triumdichromat zugeführt worden. Bei den neuen Versuchen 
wurde Chromtrioxyd verwendet und zunächst einmal die Menge 
des Oxydationsmittels festgestellt, welche überhaupt aufgenommen 
werden konnte. Fs zeigte sich, daß hei Zufuhr von 2t Atomen 
Sauerstoff11 Chromsäure unverbraucht blieb, während der (iallen- 
farbstotî völlig zerlegt wurde, so daß wasserunlösliche Spalt¬ 
produkte nicht mehr vorhanden waren.2) Die Menge der äther¬ 
löslichen Rohsäure betrug hei Verwendung von 5 g Bilirubin 
1.35 g, d. h. ca. 27 \ o; sie bestand zum großen Teil aus Bern¬ 
steinsäure, daneben war Hämatin saure, aber keineOxalsäure 
vorhanden. 
Ein zweiter Versuch, wieder mit 5 g Bilirubin ausgeführt, 
lehrte, daß unter den angegebenen Bedingungen 16 Atome 
Sauerstoff (8.8 g CrO^ nicht aufgebraucht wurden und doch 
völlige Zertrümmerung des Farbstoffes bis zu wasserlöslichen 
Produkten stattfand. Hier wurden 0,5 g Rohhämatinsäure und 
ca. 0,3 g Bemsteinsäure durch Äther extrahiert, dann aber 
‘) Dabei ist zu bemerken, daß der grüne Farbstoff durch Einträgen 
von überschüssigem Bleisuperoxyd in eine alkalische Bilirubinlosung her- 
bestellt wurde und daß hierbei die Oxydation über das Biliverdin hinaus¬ 
gegangen sein konnte. Denn auch Bleisuperoxyd führl. wie ein beson¬ 
derer Versuch erwies, wenigstens bei längerer Kinwirkung eine völlige 
Aufspaltung des Bilirubins herbei, wobei ebenfalls Ilümatinsüure ent¬ 
steht. Im vorliegenden Versuch dauerte allerdings dir Kinwirkung des 
Bleisuperoxyds nur solange, bis der Farbenuinsehlag gerade erfolgt war. 
d. b. etwa 5 Minuten; verwendet wurden 20 g Bleisuperoxvd auf 5 g 
Bilirubin, gelöst in 500 ccm OO/uiger Natronlauge. Doch gab jetzt schon 
das Filtrat des durch Kssigsäure gefällten Farbstoffs an Äther neben 
Essigsäure 0,7 g eines braunen Harzes ab, das die -Pyrrolreaktion gab. 
Bemerkenswert ist. daß bei Verwendung von 500 ccm einer nur 0.1 [ •,, jg«*n 
Natronlauge, was zwei Molekeln XaOH auf eine Molekel Os,Ht,.O. N4 ent¬ 
spricht, der Farbenumscblag viel länger, etwa '* Stunde, auf siel, 
warten lieb. 
*) Der grüne Farbstoff wurde in feuchtem Zustande in 120 rem 
Eisessig gelöst, die Lösung auf 50" erwärmt und dann 11,0 g CrO, in 
30 ccm Eisessig gelöst auf einmal zugegeben, ‘/«Stunde auf dem Wasser¬ 
nde erhitzt, dann die Essigsäure unter vermindertem Druck abdestilliert 
und der Rückstand in Wasser angenommen, wobei keine Abscheid urig 
zu bemerken war.
        

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