Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Nachweis der unterphosphorigen und phosphorigen Säure in Organen
Person:
Ehrenfeld, R. W. Kulka
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18785/7/
I her unterphosphorige und phosphorige Säure in Organen. 
Die Farbe dieses Kegels an der Flammenbasis ist dieselbe, wie 
sie fast immer am Hände der .'durch Phosphorwasserstoff grün 
leuchtenden Wasserstoffflamme eintritt, wenn dieselbe durch 
einen kalten Porzellandeckel niedergedrückt wird. 
Vor Anstellung der definitiven Versuche zum Nachweise 
der beiden ersten Oxydat ionsprodukte des Phosphors in tierischen 
Organen wurde noch das nötige Augenmerk dem Umstande zu- 
gevvandt, daß eventuell normal in den Organextrakteii vor¬ 
handene Phosphate durch die beim Frhitzen im oben skizzierten 
Zersetzungsapparate verkohlende organische Substanz zu Phos- 
phiden reduziert werden, aus denen dann etwa vorhandene 
Feuchtigkeit Phosphorwasserstoff entbindet. Bekanntlich werden 
Phosphate selbst bei den höchsten Temperaturen im Falle der 
Abwesenheit von Kieselsäure nicht durch Kohle reduziert. 
Nichtsdestoweniger wurden bezügliche Kontrollversuche in der 
Art angestellt, daß eine geringe Menge eingedicktem Blutes 
(Hühner- oder Gänseblut) mit einigen Körnchen Natriumphosphat 
verrieben im Zersetzungsapparate, ganz analog den Minimum¬ 
versuchen, erhitzt wurde. Trotz mehrfacher Wiederholung 
dieser Versuche wurde in keinem einzigen Falle auch nur eine 
Spur eines grünen oder tief dunkelvioletten Schimmers in der 
Wasserstoffflamme beobachtet, obwohl das Frhitzen auch bis 
zur hellen Rotglut getrieben wurde. 
Auf Grund dieser ziemlich langwierigen Vor versucht?l) wurde 
nun die Methode an einem weitläufigen toten Material in der 
Art ausprobiert, daß Organe vom Kalbe und vom Schweine 
(Gehirn, Lunge, Herz, Magen, Niere, Leber, Milz, Muskelfleisch, 
Finge weide) in möglichst zerkleinertem Zustande mit der Losung 
der unterphosphorigen oder phosphorigen Säure, bezw. der Lösung 
des Hypophosphits oder des Phosphits befeuchtet wurden und 
V Fs wurde auch versuchI, die wässerigen .Organextrakte mittels 
ßleizuckerlüsung zu fällen, den Niederschlag abzufiltrieren und im Zer¬ 
setzungsapparate so zu erhitzen, wie in den oben geschilderten Minimum¬ 
versuchen. Es trat die Grünfärbung der Wasserstoffflamme erst hei relativ 
großen Mengen von unterphosphorigor oder phosphoriger Säure, beziehungs¬ 
weise deren Salzen ein, was wohl an der. wenn auch geringen Löslich¬ 
keit der bezüglichen Bleisalze liegen mag. 
Hoppe^Seylers Zeitschrift f. physiol'. Chemie. MX. 
t
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.