Bauhaus-Universität Weimar

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Über Pflanzenfermente. 
Fermenten untersucht: 1. die proteolytischen, 2. die saccha- 
rifizierenden und 3. die oxydierenden Fermente. Die 
Untersuchungen über fettspaltende und andere Fermente werden 
noch fortgeführt. Die von mir gewonnenen Resultate, die drei 
genannten Gruppen der Fermente betreffend, möchte ich jetzt 
noch vor der Beendigung der Untersuchungen mitteilen, weil 
ich genötigt bin, auf einige Zeit meine Untersuchungen zu unter¬ 
brechen, und weil in der letzten Zeit eine Reihe von Arbeiten 
in derselben Richtung erschienen ist. 
Die Methodik. 
Zur Untersuchung der fermentativen Eigenschaften wurden 
die Samen zuerst mit Hilfe einer Mühle in ein feinstes Pulver 
• • 
zerrieben, welches dann durch ein Sieb, deren Öffnungen = 0,1 mm 
waren, gesiebt wurde. Das auf diese Weise erhaltene Pulver 
wurde in Vacuo über Schwefelsäure bis zu konstantem Gewicht 
getrocknet. Alle Versuche wurden in sterilen Gefäßen mit vorher 
sterilisierten Lösungen bei 37,5° C. angestellt. Als Antiseptica 
wurde Chloroform mit Thymol vermischt angewandt, nur bei 
den Untersuchungen der oxydierenden Fermente war Thymol 
ausgeschlossen. 
I. Proteolytische Fermente. 
Zur Untersuchung nahm ich je 0,1 der bis zu konstantem 
Gewicht getrockneten Pulver der verschiedenen Samen und ver¬ 
mischte sie 1. mit 5 ccm Wasser, 2. mit 5 ccm 0,2°/oiger Al¬ 
kalilösung und 3. mit 5 ccm 0,2°/oiger Salzsäurelösung. 
Die Fermente wurden untersucht auf ihre Wirkung auf 
Eiereiweiß nach Mett, auf Fibrin und auf sterilisierte Milch. 
Versuche mit Eiereiweiß nach Mett. 
Die Versuche wurden in breiten Reagenzgläschen mit 
immer frisch bereiteten Eieiweißröhrchen ausgeführt. Jedes 
Reagenzglas enthielt zwei Mettröhrchen von 1 cm Länge, 0,1 g 
Samenpulver und 5 ccm einer neutralen, alkalischen oder sauren 
Lösung mit 5 Tropfen Chloroform. Die Versuchsdauer war 
10 Stunden. Für Kontrollzwecke wurden die Versuche dann 
noch während 36 Stunden fortgeführt.
        

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