Bauhaus-Universität Weimar

Über das Amyloidprotein.1) 
Von 
Dr. M. Mayeda. 
(Aus dem physiologischen Institut in Heidelberg.) 
(Der Redaktion zugegangen am 18. Dezember 1908.) 
Die chemischen Untersuchungen der amyloiden Organe 
haben im Laufe der Zeit zu verschiedenen einander wider¬ 
sprechenden Resultaten geführt. Während man ursprünglich das 
Vorhandensein einer bestimmten, im normalen Zustande feh¬ 
lenden Substanz, des « Amyloids », annahm, haben spätere Unter¬ 
suchungen gezeigt, daß mindestens zwei Erscheinungen beim Auf¬ 
treten der amyloiden Degeneration zusammen kommen : Erstens 
findet man in den amyloid-degenerierten Organen eine erheb¬ 
liche Menge Chondroitsäure, die in denselben Organen normaler¬ 
weise fehlt oder nur in geringerer Menge vorhanden ist. Zweitens 
ist aber noch eine Eiweißsubstanz «Amyloidprotein» vorhanden, 
welche mit der Chondroitsäure nicht oder wenigstens nicht not¬ 
wendig in chemischer Verbindung steht, wie man dies früher 
nach Krawkow2) annahm. Denn die «Sagokörper» der Amy¬ 
loidmilz enthalten, wie 0. Hans sen3) kürzlich fand, keine 
Chondroitsäure, obwohl sie alle typischen Eigenschaften des 
Amyloids besitzen. Aber auch dieses «Amyloidprotein» ist nach 
Hanssens Ansicht vielleicht noch aus zwei Stoffen zusammen¬ 
gesetzt, deren einer die Methylviolettreaktion, deren zweiter die 
Jodreaktion des Amyloids geben soll. 
i) Vorläufig mitgeteilt auf dem Meeting der British association 
for the advancement of science in Dublin den 7. September 1908. 
*) Archiv f. exp. Pathologie u. Pharmakologie, Bd. XL, S. 195,1897. 
3) Biochem. Zeitschrift, Bd. XIII, S. 185, 1908. 
Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LVIII. 
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