Bauhaus-Universität Weimar

Über das Ferratin Schmiedebergs. 
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Kurze Zeit darauf erschien die Abhandlung von Ham¬ 
marsten1): «Zur Kenntnis der Nucleoproteide», in welcher 
er die Darstellung eines Nucleoproteids aus Pankreas durch 
Auskochen desselben und Fällen mit Salzsäure bis zu 1—2 °/oo 
oder Essigsäure 5—10 °/oo beschreibt. Hammarsten bemerkt 
beiläufig, daß die Substanz stark eisenhaltig sei, quantitative 
Bestimmungen jedoch nicht ausgeführt seien, sowie ferner, daß 
man auch aus der Leber ein «Proteid» erhalten könne. 
In Anlehnung an diese Angaben hat dann J. Wohl¬ 
gemuth2) in dem Laboratorium des pathologischen Instituts aus 
Rinderleber und Kalbsleber das Nucleoproteid dargestellt und 
einem genauen Studium hinsichtlich der bei der Hydrolyse ent¬ 
stehenden Produkte unterworfen. Er fand in dem ungereinigten 
Nucleoproteid 2,29—3,38 °/o P, in dem durch Auflösen in 
Natriumcarbonat und Fällen mit Säure gereinigten 2,98 °/o P. 
Auf einen Eisengehalt hat Wohlgemuth nicht geachtet, da 
dieses nicht im Plan seiner Untersuchung lag. 
Sodann hat, was uns leider entgangen war, Beccari3) 
aus der Schweineleber genau nach dem Schmiedebergschen 
Verfahren ein «Ferratin» mit 2,55 °/o P und 1,67 °/'o Fe, aus 
der Rinderleber ein «Ferratin» mit 1,60 °/o P und 0,52 °/o Fe 
dargestellt. Im Referat hierüber heißt es: «Die Ferratine, die 
aus den verschiedensten Tierkörpern dargestellt wurden, ent¬ 
sprachen alle demselben Typus». 
Endlich hat Scaffidi4) auf meine Veranlassung unter¬ 
sucht, in welcher Form sich das Eisen nach Verfütterung von 
paranucleinsaurem Eisen in der Leber von Kaninchen ablagert, 
und dabei naturgemäß auch das normale Nucleoproteid der 
Kaninchenleber und den Eisengehalt desselben berücksichtigt. 
Auch er erhielt, wie Wohlgemuth, das Nucleoproteid aus der 
filtrierten Leberkochung durch Zusatz von Essigsäure. 
Ohne auf die nach der Eisenfütterung erhaltenen Resul¬ 
tate einzugehen, sei hier nur erwähnt, daß Scaffidi nach dem 
9 Diese Zeitschrift, Bd. XIX, S. 19 (1894). 
9 Diese Zeitschrift, Bd. XXXVII, S. 470, und ßd. XLII, S. 519. 
3) Zitiert nach Malys Jahresber. f. 1902, Bd. XXXII, S. 494. 
4) Diese Zeitschrift, Bd. LIV, S. 448.
        

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