Bauhaus-Universität Weimar

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R. von Zeynek, 
üer Anfall und brachte rasch das Ende, ehe seine Freunde 
verständigt werden konnten. Hüfners langjähriger, treuer 
Diener Schreiber drückte ihm die Augen zu. 
In seinem Testamente hat Hüfner seine fachwissen¬ 
schaftliche Bibliothek und seine Apparate seinem Institute ver¬ 
macht unter der Bedingung, daß dieses der bisherigen Be¬ 
stimmung erhalten bleibt, ferner ein Legat von 50 000 Mk. für 
nine Stiftung bestimmt, deren Zinsen je nach Bedürfnis an eines 
der Institute der naturwissenschaftlichen Fakultät überwiesen 
werden sollen. 
Allen Versuchen Hüfners ist eigentümlich das Streben 
nach einer genauen Zahl. In allen seinen Arbeiten hat er ge¬ 
trachtet, die Probleme, insbesondere in der Chemie der En¬ 
zyme und des Blutes, auf exakter physikalischer und chemischer 
Basis zu entwickeln. Nichts war seinem Wesen so zuwider 
als sprunghaftes, wenn auch momentan lockendes Herumpro¬ 
bieren. Wie Goethe mit Ruhe und Klarheit seine Schlüsse 
aufbaute, so wollte Hüfner sein und seiner Schüler Arbeiten 
haben. Auch in der Darstellung der Resultate: «Schreiben Sie 
wie Goethe!» ist der wohl jedem seiner Schüler gegebene 
Rat. In diesem Sinne wollte er nicht jedes «moderne« Thema 
angehen oder in seinem Institute angehen lassen : «ein kleiner 
Ring begrenzt unser Leben». Da konnte er der Zustimmung 
der besten der Zeitgenossen sicher sein: pauca sed matura; 
wie weit die Maschen des Siebs sind, das die Zeit in der Hand 
schüttelt, wie viel von den gepriesenen Früchten da durch¬ 
fallen, und wie wenig länger als ein paar Jährchen oben liegen 
bleibt (aus einem Freundesbriefe). 
Selbst in dem Falle, daß einige von Hüfners Zahlen 
eine Korrektur erfahren werden, sind seine Untersuchungen 
für die wissenschaftliche Betrachtung der Gegenstände unent¬ 
behrlich und für lange Zeit hinaus die Grundlage, wie man 
einen solchen Gegenstand anzufassen hat und was alles dazu 
gehört. Diese grundlegende Lösung in seinen Arbeitsgebieten 
kann ihm niemand nehmen, wenn sie auch, wie Hürthle ihm 
vor einigen Jahren schrieb, jetzt als selbstverständlich nicht 
mehr zur Sprache kommt.
        

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