Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien über Aminosäuresynthesen. VII.: Prolin (a-Pyrrolidincarbonsäure)
Person:
Sörensen, S. P. L. A. C. Andersen
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18727/12/
Studien über Aminosäuresynthesen. VII. 247 
unzersetzte Arginin. Für die Trennung dieser Stoffe haben wir 
die von E. Winterstein1) vorgeschlagene Fällung von Ornithin 
durch Quecksilberchlorid und Barytlauge benutzt, indem wir 
durch eine Reihe von Kontrollversuchen nachweisen konnten, 
daß nicht nur Ornithin und Arginin. sondern «auch Guanidin 
und Harnstoff, wenigstens bei Anwendung von reichlichen 
Mengen Quecksilberchlorid, auf diese Weise so gut wie voll¬ 
ständig gefällt werden, während dagegen das Prolin nicht 
gefällt wird. 
Der schwach alkalisch reagierenden Lösung wurden 5 ccm 
5-n-Salzsäure und darauf eine gesättigte Quecksilberchlorid¬ 
lösung zugesetzt. Nach Zusatz von 000 ccm der letzteren gab 
Barytlauge mit einer Probe der Flüssigkeit einen nur gelb¬ 
stichigen Niederschlag; erst nach Zusatz von 800 ccm der 
Quecksilberlösung hatte der durch Barytlauge hervorgerufene 
Niederschlag eine ausgesprochene gelbe Farbe. Im ganzen 
wurden 1000 ccm der Quecksilberlösung zugesetzt, worauf mit 
einem reichlichen Überschuß an Barytlauge (1500 ccm 1 m-n) 
gefällt wurde. Nach einstiindigem Stehenlassen wurde der 
Niederschlag abgenutscht und mit einer Mischung von Baryum- 
chlorid und Barytlauge gut gewaschen. 
Das Filtrat und die Waschwässer, welche ein Gesamt¬ 
volumen von 3400 ccm hatten, enthielten im ganzen nur 34 mg 
Stickstoff. Es erhellt hieraus, daß bei d.er Spaltung 
von Arginin durch Barytlauge Prolin in faßbarer Menge 
nicht gebildet worden ist. 
Der quecksilberhaltige Niederschlag wurde mit Wasser 
und 100 ccm 2-n-Schwefelsäure ausgerührt und darauf mit 
Schwefelwasserstoff zersetzt. Nach Filtrieren und Waschen 
wurde der Niederschlag mit schwefelsäurehaltigem Wasser er¬ 
wärmt und wieder mit Schwefelwasserstoff behandelt. Aus den 
erhaltenen Filtraten wurde der Schwefelwasserstoff weggekocht, 
wonach eine Stickstoffbestimmung eine Gesamtstickstoffmenge 
von 798 mg ergab; das Quecksilbersulfid hatte also nur 12.5 mg 
Stickstoff zurückgehalten (853 — [8,53 -f 34 -f- 798] == 12,47). 
Aus der Lösung wurde die Schwefelsäure mit Barytlauge 
I) Diese Zeitschrift. Bd. XLV, S. 77 (1905).
        

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