Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntnis des Möhrencarotens und seiner Begleitsubstanzen
Person:
Euler, Hans Ebba Nordenson
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18726/6/
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Hans Euler und Ebba Nordenson, 
Allerdings teilt Tschirch1) mit, er habe beobachten 
können, daß Möhrencaroten an der Luft in Xanthophyll über¬ 
gehe. Indessen scheint uns seine kapillaranalytisch-spektro- 
metrische Methode ohne chemische Kontrolle sein Resultat nicht 
genügend sicher zu stellen. Ferner erkennt Tschirch2) sein 
Xanthophyll nur an der violetten Endabsorption, während das 
von Willstätter charakterisierte chemische Individuum außer¬ 
dem zwei Absorptionsbänder besitzt, die denjenigen des Carotens 
sehr nahe liegen. 
Die Emulsion ß enthielt ebenfalls noch Caroten, besonders 
aber viel von den halbfesten fettähnlichen Oxydationsprodukten 
des Kohlenwasserstoffs (siehe unten). 
Die beschriebene Arbeitsmethode gibt eine ziemlich gute 
Vorstellung von den Bestandteilen, welche sich in den Schwefel¬ 
kohlenstoff- bezw. Alkoholextrakten der getrockneten Möhren 
finden. Man kann ihre Mengen folgendermaßen schätzen: 
In 26 g Rohprodukt, nach der Phosphatidfällung (a -f b) 
sind enthalten: 
13 g Phosphatide und Lecithin, nebst Fett, 
0,5 » Daucosterin, 
1,3» Phytosterin (Hydrocaroten), 
0,7 » Caroten und Xanthophyll, 
3,5 » Öl unbekannter Art. 
19,0 g 
Die 7 g, welche die Differenz ausmachen, sind halbfeste, 
fettähnliche ungefärbte Stoffe, welche der Hauptsache nach Oxy¬ 
dationsprodukte des Carotens darstellen dürften. 
Wie schon erwähnt, ist unsere Carotenausbeute in erster 
Linie dadurch vermindert worden, daß das Material beim Trocknen 
l) Bot. Ber., Bd. XXII, S. 414 (1904). 
*) Es war uns übrigens überraschend, zu erfahren, daß Tschirch 
überhaupt aus dem Ätherextrakt der Möhre direkt eine Krystallisation 
von Caroten erzielen konnte. Dieses Ätherextrakt muß ja einen nicht 
unbeträchtlichen Teil des Lecithins bezw. der Phosphatide enthalten, welche 
eine Krystallisation erschweren, abgesehen von dem nicht geringen Gehalt 
an Phytosterin (F. 136,5°). welches immer zuerst ausfällt.
        

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