Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Arnolds Harnreaktion mit Nitroprussidnatrium
Person:
Holobut, Theophil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18719/5/
Über Arnolds Harnreaktion mit Nitroprussid.nalrium. 121 
Mengen gekochten Fleisches nicht besonders deutlich zum Vor¬ 
schein kommt, und bei den anderen Nahrungsmitteln kaum 
spurenweise auftritt, wurde eine ganze Reihe von Versuchen 
am Menschen ausgeführt, und zwar derart, daß das gegebene 
Individuum — welches außer geringer arthritischer Erschei¬ 
nungen vollkommen gesund war — im Laufe der ersten drei 
Tage der Woche die gewöhnliche Kost, also auch Fleisch, be¬ 
kam. dagegen in den folgenden 4 Tagen der Woche das Fleisch 
vollkommen ausgeschlossen wurde. 
In dieser Zeit wurde außer Semmeln und Brot, Käse, 
Milch, Eier, Roborat, Grütze, Erbsen gegeben, wobei die Ver¬ 
suchsperson dieselbe Nahrung durch 2—3 Tage nacheinander 
zum Mittags- und Abendmahl erhielt. Die Versuche wurden 
durch eine Reihe von Wochen durchgeführt. Die viertägige 
Fleischkarenzperiode wurde deshalb eingeschaltet, um voll¬ 
kommen sicher zu sein, daß die violette Reaktion — bezw. ihre 
Spuren nicht von dem vor dem Versuche verzehrten Fleisch 
herrühre, was im Verlaufe der ersten Stunden nach Aufnahme 
einer Fleischmahlzeit wirklich der Fall sein könnte. Hier sei 
erwähnt, daß die eingenommenen Nahrungsmengen nie die Norm 
überschritten. Der Harn wurde stets in den ersten 6 Stunden 
nach Aufnahme der Nahrung und zwar in >/2- bis 1-stündigen 
l’ausen, wenn nötig, auch öfter untersucht. 
Die derart durchgeführten Versuche führten zu dem Resul¬ 
tate, daß die violette Reaktion im Harne stets deutlich — nicht 
nur spurenweise — auch nach Speisen auftrat, in welchen 
Fleisch vollkommen fehlte. So wurde sie gefunden nach Auf¬ 
nahme von Käse (besonders gebackenem) oder von sogenannten 
Quargeln (nach 4 Stück), nach Eiern, besonders eingenommen in 
Form von Rühreiern, in geringerem Grade nach, gekochten Eiern, 
wie auch nach Milch; bei letzterer trat die Reaktion ziemlich 
schwach auf. Ebenso wurde eine deutlich positive Reaktion nach 
\ erabreichung von Grütze, Erbsen und reinem Pflanzeneiweiß, 
<1. i. Roborat, erhalten. Besonders ausgesprochén war die Reak¬ 
tion 3V*—4Va Stunden nach Einnahme einer Abendmahlzeit, be¬ 
stehend aus Rühreiern (5-6 Stück), oder aus gebackenen! Käse 
bezw. Grütze; sie erreichte hier meist eine Intensität,-wie dies
        

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